Die BaFin warnt am 29.09.2026 vor btcx[.]investments und ermittelt gegen die Betreiber. Lesen Sie, was die Aufsicht feststellt, was das für Ihre Krypto-Einzahlungen bedeutet und wie Sie Ihr Geld zurückfordern.
Die BaFin warnt am 29.09.2026 vor der Website btcx[.]investments und ermittelt gegen die Betreiber. Nach den Erkenntnissen der BaFin bieten die Betreiber dort ohne Erlaubnis Bankgeschäfte und/oder Finanzdienstleistungen an. Sie werden nicht von der BaFin beaufsichtigt.
Die BaFin stützt ihre Information auf § 10 Absatz 7 Kryptomärkteaufsichtsgesetz (KMAG).
btcx.investments auf einen Blick
- Website: btcx[.]investments
- Betreiber: unbekannt
- Feststellung der BaFin: Bankgeschäfte und/oder Finanzdienstleistungen ohne Erlaubnis
- Status: die BaFin ermittelt gegen die Betreiber
- Datum der Warnung: 29.09.2026
- Rechtsgrundlage der Veröffentlichung: § 10 Abs. 7 KMAG
Was die Ermittlungen der BaFin bedeuten
Die BaFin warnt nicht nur, sie ermittelt auch gegen die Betreiber. Das ist für Geschädigte wichtig: Erkenntnisse aus den Ermittlungen können in ein Strafverfahren einfließen. Eine eigene Strafanzeige und die Sicherung Ihrer Zahlungswege ersetzen sie nicht. Wer in Kryptowerten gezahlt hat, sollte die Transaktionen jetzt verfolgen lassen, solange die Spur frisch ist.
btcx.investments Erfahrungen: Ist das Angebot seriös?
Für Erfahrungen mit btcx[.]investments gibt die Warnung den Rahmen vor: Die Betreiber handeln ohne Erlaubnis und werden nicht beaufsichtigt. Wer in Deutschland Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen anbietet, braucht eine Erlaubnis der BaFin (§ 32 Abs. 1 KWG). Für Kryptowerte-Dienstleistungen gilt die Zulassungspflicht der MiCAR.
Der Name spielt auf Bitcoin („BTC“) an und verspricht Investments. Ein Impressum mit überprüfbarem Betreiber nennt die BaFin nicht.
Ist btcx.investments Betrug?
Die BaFin spricht in der Warnung nicht von Betrug. Sie stellt unerlaubte Geschäfte fest und ermittelt. Unerlaubte Bankgeschäfte und Finanzdienstleistungen sind nach § 54 KWG strafbar. Ob ein Betrug vorliegt, klären Polizei und Staatsanwaltschaft.
Für Ihre Ansprüche müssen Sie den Ausgang nicht abwarten.
Welche Rechte Anleger bei fehlender Erlaubnis haben
Kryptowerte-Dienstleistungen dürfen in der EU nur mit einer Zulassung erbracht werden (Art. 59 der Verordnung (EU) 2023/1114, MiCAR). Für die Erlaubnispflicht des § 32 KWG hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass sie auch die einzelnen Anleger schützt und bei Verstößen Schadensersatz nach § 823 Abs. 2 BGB auslöst. Ob für die Zulassungspflicht der MiCAR dasselbe gilt, ist höchstrichterlich noch nicht geklärt. Unabhängig davon haftet, wer Anleger täuscht, nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB und nach § 826 BGB. Einzelheiten im Beitrag Fehlende Erlaubnis bei Finanz- und Kryptodienstleistungen.
Geld zurück von btcx.investments: Diese Wege gibt es
- Bank einschalten: Bei Überweisungen verlangen Sie sofort einen Rückruf der Zahlung. In bestimmten Fällen kann auch die eigene Bank haften, etwa wenn sie deutliche Warnsignale übergangen hat. Mehr dazu unter Bankenhaftung bei Kryptobetrug.
- Kryptozahlungen verfolgen: Wurde Geld über eine Kryptobörse an eine vorgegebene Wallet geschickt, lässt sich der Weg auf der Blockchain verfolgen. Führt die Spur zu einer Börse mit Kundenidentifizierung, kommt eine Sicherstellung der Werte in Betracht – das Freezing. So arbeitet das Krypto-Tracing durch REXUS.
- Vermögen sichern lassen: Im Strafverfahren kann die Staatsanwaltschaft Vermögenswerte sichern, etwa durch einen Vermögensarrest nach §§ 111e ff. StPO. Wie das abläuft: Sperrantrag und Vermögensarrest.
- Strafanzeige erstatten: Sie ist die Grundlage für Ermittlungen und für die Sicherung von Vermögen. Hinweise dazu im Beitrag Strafanzeige bei Krypto-Betrug.
- Zahlungen ins Ausland: Bei Empfängerkonten außerhalb Deutschlands gelten eigene Regeln, siehe Rückholung von Geld im Ausland.
Typisches Muster solcher Angebote
Die folgenden Punkte stammen nicht aus der Warnung der BaFin. Sie beschreiben ein Muster, das bei solchen Angeboten häufig auftritt. Gleichen Sie es mit Ihrem eigenen Ablauf ab.
- Kontakt: Werbung im Internet oder ein Anruf, danach betreut ein persönlicher „Broker“ das Konto.
- Handelsoberfläche: Eine professionell wirkende Plattform mit Kursen für Devisen, Aktien, Rohstoffe und Kryptowerte.
- Einzahlungen: Erst kleine Beträge, dann größere, häufig mit Fernwartungssoftware auf dem eigenen Rechner.
- Auszahlungssperre: Gewinne stehen nur auf dem Bildschirm. Für die Auszahlung werden Gebühren, Steuern oder Nachweise verlangt.
Vorsicht vor angeblichen Rückholdiensten
Nach einer Behördenwarnung melden sich häufig Anbieter, die versprechen, das verlorene Geld gegen Vorkasse zurückzuholen. Das ist oft der zweite Betrug am selben Opfer. Woran Sie solche Angebote erkennen, lesen Sie unter Recovery-Scam erkennen.
Was Betroffene jetzt tun
- Zahlen Sie nichts weiter. Das gilt auch für jede Zahlung, die als Voraussetzung einer Auszahlung verlangt wird.
- Sichern Sie alle Unterlagen: Kontoauszüge, Überweisungsbelege, Screenshots des Kundenkontos, E-Mails, Chatverläufe, Rufnummern und Namen der Ansprechpartner.
- Sichern Sie bei Krypto-Zahlungen die Transaktions-IDs, die Wallet-Adressen und die Auszüge der genutzten Börse.
- Informieren Sie Ihre Bank sofort und verlangen Sie den Rückruf der Zahlungen.
- Erstatten Sie Strafanzeige.
- Reagieren Sie nicht auf Anrufe oder Nachrichten angeblicher Rückholdienste.
- Schicken Sie mir Ihre Unterlagen, bevor Sie weitere Schritte unternehmen.
Weitere aktuelle Behördenwarnungen finden Sie in der Übersicht der Scam-Broker-Warnungen.
Sie haben an btcx.investments gezahlt? Schicken Sie mir Ihre Unterlagen.
kryptoschaden@rexus-recht.de

