whitetip-invest[.]de: Die BaFin warnt am 22.10.2026 vor Angeboten auf dieser Website. Der Name einer griechischen Wertpapierfirma wird nach der Aufsicht missbraucht.
Nach der Mitteilung der BaFin vom 22.10.2026 besteht der Verdacht, dass die unbekannten Betreiber von whitetip-invest[.]de ohne Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen erbringen. Entgegen den Angaben auf der Website besteht nach der BaFin kein Zusammenhang mit der Whitetip Investments A.E.P.E.Y. mit Sitz in Griechenland. Die Aufsicht spricht von Identitätsmissbrauch: Die griechische Gesellschaft steht in keinem Zusammenhang mit der Website und den dort angebotenen Dienstleistungen. Die Information stützt sich auf § 37 Abs. 4 des Kreditwesengesetzes.
Warum ausgerechnet eine Firma aus Griechenland?
Die Zusatzbezeichnung A.E.P.E.Y. steht in Griechenland für eine Wertpapierdienstleistungsgesellschaft, also ein Unternehmen, das unter der Aufsicht der griechischen Kapitalmarktkommission steht. Ein solches Unternehmen darf seine Dienste über den europäischen Pass grundsätzlich auch in anderen EU-Staaten anbieten. Genau dieser Umstand macht den Namen für Nachahmer wertvoll: Wer nachprüft, findet eine regulierte Firma aus der EU, und die Geschichte vom grenzüberschreitenden Angebot klingt plausibel.
Die deutsche Domain verstärkt den Eindruck. Eine Adresse mit .de wirkt vertraut und lokal. Sie sagt aber nichts darüber aus, wer dahintersteht. Eine Domain mit dieser Endung lässt sich mit wenigen Klicks registrieren, ohne dass jemand prüft, ob der Name zum Inhaber passt.
Woran Sie eine Kopie erkennen
Die folgenden Punkte stammen nicht aus der Warnung der BaFin, sondern aus der allgemeinen Erfahrung mit nachgeahmten Wertpapierfirmen. Rufen Sie das echte Unternehmen über eine Telefonnummer an, die Sie selbst aus dem offiziellen Register oder dessen eigener, lange bestehender Website entnommen haben, nie über die Nummer aus der E-Mail. Vergleichen Sie die Domain der E-Mails mit der Domain im Register. Achten Sie darauf, ob ein Berater Sie drängt, schnell zu zahlen, oder Renditen zusagt, die kein reguliertes Haus zusagen würde. Und prüfen Sie, ob die Zahlung auf ein Konto gehen soll, das auf den Namen der Firma lautet. Eine echte Wertpapierfirma nimmt Kundengeld nicht über Privatkonten oder Wallets Dritter an.
Erlaubnis in Deutschland – was zählt
Wer in Deutschland Finanzdienstleistungen erbringt, braucht nach § 32 Abs. 1 KWG eine Erlaubnis der BaFin, für Wertpapierdienstleistungen gilt seit 2021 das Wertpapierinstitutsgesetz. Ein Unternehmen aus einem anderen EU-Staat kann stattdessen über den europäischen Pass tätig werden; dann ist es in der Unternehmensdatenbank der BaFin mit seiner Heimatbehörde vermerkt. Entscheidend ist aber: Diese Berechtigung gilt nur für das echte Unternehmen und nur über dessen eigene Kanäle. Wer unter fremdem Namen auftritt, hat nach dem Verdacht der BaFin keine Erlaubnis. Was daraus für Ihre Ansprüche folgt, erklärt der Ratgeber zur fehlenden Erlaubnis.
Wem haben Sie Ihr Geld wirklich geschickt?
Ihr Kontoauszug beantwortet diese Frage. Prüfen Sie für jede Überweisung Empfängername, IBAN und Bank. Ging das Geld an eine Person oder an eine Firma, deren Name nichts mit Whitetip zu tun hat? Oder an ein Konto in einem Land ohne Bezug zu Griechenland? Dann liegt dort der Ansatzpunkt. Bitten Sie Ihre Bank sofort schriftlich um einen Rückruf der Überweisungen und nennen Sie die BaFin-Warnung vom 22.10.2026. Lag das Empfängerkonto im Ausland, beschreibt der Beitrag zur Rückholung von Geld im Ausland die Wege. Haben Sie über eine Kryptobörse gezahlt, lässt sich der Weg der Coins mit einem Krypto-Tracing nachzeichnen.
Prüfen Sie auch die Rolle Ihrer eigenen Bank. Seit Oktober 2025 gleichen Banken bei Überweisungen den Namen des Empfängers mit der IBAN ab. Fordern Sie das Ergebnis schriftlich an, wenn Sie an „Whitetip“ überweisen wollten; mehr dazu im Beitrag zur Bankenhaftung.
Heute erledigen
- Zahlen Sie nichts weiter, auch nicht für eine angeblich sofortige Auszahlung.
- Bitten Sie Ihre Bank um Rückruf aller Überweisungen.
- Sichern Sie Vertrag, Depotauszüge der Website, E-Mails mit Kopfzeilen und Anruflisten.
- Notieren Sie Namen und Rufnummern aller Berater, mit denen Sie gesprochen haben.
- Erstatten Sie Anzeige und nennen Sie die Warnung zu whitetip-invest[.]de.
Meldet sich danach jemand, der Ihr Geld gegen eine Vorabzahlung zurückholen will, zahlen Sie nicht. Wie diese Masche aufgebaut ist, erklärt der Beitrag zum Recovery Scam. Weitere Namen aus aktuellen Warnungen stehen in der Übersicht der Warnungen.
Sie haben über whitetip-invest[.]de angelegt? Schicken Sie mir Ihre Kontoauszüge und die Korrespondenz – ich prüfe, wer Ihr Geld erhalten hat.

![whitetip-invest[.]de: BaFin-Warnung vom 22.10.2026](https://kryptoschaden.de/wp-content/uploads/2026/10/whitetip-invest-de-bafin-warnung-22102026-1024x576.jpg)