BaFin warnt vor wefi.co: Unerlaubte Bank- und Kryptogeschäfte in Deutschland
Der wefi.co Betrug ist offiziell bestätigt: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 3. Februar 2026 eine offizielle Warnung vor der Plattform wefi.co veröffentlicht. Nach Erkenntnissen der Aufsichtsbehörde werden auf dieser Website sowohl Bankgeschäfte als auch Kryptowerte-Dienstleistungen angeboten — und das ohne jede erforderliche Erlaubnis. Die Warnung stützt sich auf § 37 Abs. 4 des Kreditwesengesetzes sowie auf § 10 Abs. 7 des Kryptomärkteaufsichtsgesetzes (KMAG). Allerdings ist die Geschichte damit noch nicht zu Ende: Am 9. April 2026 aktualisierte die BaFin ihre Warnung und stellte fest, dass die Betreiber inzwischen auch unter der neuen Domain new.wefi.co aktiv sind. Dieses Ausweichen auf eine neue Adresse ist ein starkes Indiz für bewusstes Handeln — und erhöht das Risiko für Anleger weiter.
Besonders beunruhigend ist, dass die Betreiber von wefi.co Werbeveranstaltungen in Deutschland abgehalten haben. Insbesondere durch diese physische Präsenz wirkten sie auf potenzielle Kunden seriöser als reine Online-Angebote. Gleichzeitig zeigt dieses Vorgehen eine bemerkenswerte Dreistigkeit: Wer ohne Lizenz in Deutschland wirbt, riskiert nicht nur aufsichtsrechtliche Maßnahmen, sondern macht sich unter Umständen auch strafbar. Wenn Sie Geld über wefi.co angelegt haben oder eine Einladung zu einer solchen Veranstaltung erhalten haben, sollten Sie jetzt handeln.
Das internationale Firmennetz hinter wefi.co
Hinter der Plattform verbirgt sich ein komplexes Geflecht aus vier Gesellschaften, die über vier verschiedene Jurisdiktionen verteilt sind. Zunächst ist da Wefi Payments Limited mit Sitz in Calgary, Kanada. Darüber hinaus nennt die BaFin eine Gesellschaft in der Rechtsform S.R.L. mit Sitz in San José, Costa Rica, deren vollständiger Name nicht bekannt ist. Außerdem sind Nordpal Holding Limited und Quantum Capital Holdings Limited beteiligt — beide in Hongkong registriert.
Diese Konstruktion ist kein Zufall. Offshore-Strukturen dieser Art dienen typischerweise dazu, behördliche Ermittlungen zu erschweren, Vermögen zu verschleiern und die Rückverfolgung von Geldern zu verlangsamen. Infolgedessen gestaltet sich die grenzüberschreitende Rechtsdurchsetzung für betroffene Anleger deutlich aufwändiger als bei einem rein in Deutschland ansässigen Anbieter. Dennoch bedeutet diese Hürde nicht, dass rechtliche Schritte aussichtslos wären — im Gegenteil.
Deshalb empfiehlt sich für Geschädigte eine frühzeitige anwaltliche Begleitung — je schneller Sie handeln, desto besser sind Ihre Chancen. Spezialisierte Kanzleien arbeiten mit internationalen Netzwerken und Blockchain-Forensikern zusammen, um Transaktionswege nachzuvollziehen. Beim Krypto-Tracing mittels Blockchain-Forensik können digitale Spuren auch dann gesichert werden, wenn das Geld über mehrere Wallets bewegt wurde.
Doppelter Rechtsverstoß: KWG und KMAG
Der Fall wefi.co ist rechtlich in zweierlei Hinsicht brisant. Einerseits verstößt die Plattform gegen das Kreditwesengesetz (KWG), indem sie Bankgeschäfte ohne Erlaubnis betreibt. Andererseits verletzt sie das seit Dezember 2024 geltende Kryptomärkteaufsichtsgesetz (KMAG), das die europäische MiCAR-Verordnung (Markets in Crypto-Assets Regulation) in deutsches Recht umsetzt.
Das KMAG verpflichtet alle Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen — also Verwahrung, Handel, Portfolioverwaltung und Beratung im Zusammenhang mit Kryptowerten — zur Einholung einer BaFin-Erlaubnis, bevor sie in Deutschland tätig werden dürfen. Eine Prüfung der BaFin-Unternehmensdatenbank ergibt, dass wefi.co dort nicht gelistet ist. Das bedeutet im Klartext: Es gibt keine gültige Lizenz, kein Einlagensicherungssystem und keinen regulatorischen Schutz für Anleger.
Schließlich ist auch die strafrechtliche Dimension relevant: Wer ohne Erlaubnis Bankgeschäfte betreibt, macht sich nach § 54 KWG strafbar. Diese Norm sieht Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor. Gleichzeitig kommt für die Betreiber eine Strafbarkeit wegen Betrugs nach § 263 StGB in Betracht, denn gegenüber Anlegern wird der falsche Eindruck einer regulierten, vertrauenswürdigen Plattform erweckt. Bei digital vermittelten Täuschungshandlungen ist zudem § 263a StGB — der Computerbetrug — zu prüfen.
Zivilrechtliche Ansprüche: Was Geschädigte geltend machen können
Neben dem Strafrecht bietet das Zivilrecht betroffenen Anlegern mehrere Ansätze zur Schadensersatzgeltendmachung. Insbesondere kommt § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit den verletzten Schutzgesetzen — also KWG und KMAG — als Haftungsgrundlage in Betracht. Wer ein Schutzgesetz verletzt und dadurch einem anderen Schaden zufügt, ist nach dieser Norm zum Ersatz verpflichtet.
Darüber hinaus verdient die Bankhaftung bei Kryptobetrug besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie die Einzahlung über Ihr deutsches Girokonto oder Ihre Kreditkarte vorgenommen haben, kommen Ansprüche nach § 675u BGB und § 675v BGB in Frage. Diese Normen regeln die Haftung des Zahlungsdienstleisters bei nicht autorisierten Zahlungsvorgängen. Jedoch setzt die Geltendmachung dieser Ansprüche schnelles Handeln voraus — Fristen spielen hier eine entscheidende Rolle.
Außerdem ist die strafrechtliche Vermögensabschöpfung ein wichtiges Instrument: Nach § 73 StGB i.V.m. § 111e StPO können Behörden deliktisch erlangte Vermögenswerte sicherstellen. Für Sie als Geschädigter bedeutet das: Eine gut begründete Strafanzeige kann nicht nur die strafrechtliche Verfolgung anstoßen, sondern auch den Weg zu einer Vermögensrückführung ebnen — vorausgesetzt, die Behörden identifizieren die relevanten Konten oder Wallets rechtzeitig.
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Werbeveranstaltungen in Deutschland: Besondere Gefahr für Anleger
Im Zusammenhang mit dem wefi.co Betrug ist das Abhalten von Werbeveranstaltungen auf deutschem Boden aus juristischer Sicht besonders relevant. Durch persönliche Präsentation auf Events oder Seminaren wird bei potenziellen Anlegern gezielt Vertrauen aufgebaut — ein Vertrauen, das durch den fehlenden Erlaubnisrahmen vollständig unbegründet ist. Infolgedessen könnte der Vorwurf der vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung nach § 826 BGB hinzutreten, sofern sich nachweisen lässt, dass die Veranstalter von der fehlenden Lizenz wussten und Anleger dennoch gezielt zur Einzahlung veranlassten.
Gleichzeitig schärft die Ausweitung auf die Domain new.wefi.co das Bild einer organisierten, professionell agierenden Täterstruktur. Seriöse Unternehmen weichen nach einer Aufsichtswarnung nicht auf neue Domains aus — sie reagieren, indem sie den Betrieb einstellen und mit den Behörden kooperieren. Das Gegenteil ist hier der Fall. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass betroffene Anleger ihr Geld ohne juristischen Beistand nicht zurückerhalten.
Ähnliche Muster — Werbung, scheinbare Seriosität, anschließendes Verschwinden — zeigt auch der in unserem Artikel zu BaFin-Massenwarnungen gegen KI-Betrugsseiten 2026 dokumentierte Trend. Betrüger investieren zunehmend in professionelle Auftritte, um Anleger zu täuschen.
Beweissicherung und erste Schritte für Betroffene
Wenn Sie Geld über wefi.co oder new.wefi.co transferiert haben, ist Beweissicherung die vordringlichste Maßnahme. Sichern Sie sämtliche Kommunikation mit dem Anbieter — E-Mails, Chat-Verläufe, Anrufe soweit dokumentiert. Darüber hinaus sollten Sie alle Kontoauszüge, Transaktionsbestätigungen, Screenshots der Plattform und etwaige Vertragsunterlagen sichern und an einem sicheren Ort aufbewahren. Auch sollten Sie weitere Einzahlungen sofort stoppen — egal welche Versprechungen Ihnen die Betreiber in der Zwischenzeit machen.
Als nächsten Schritt sollten Sie eine Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft oder der Polizei erstatten. Eine detailliert ausgearbeitete Strafanzeige erhöht die Chancen, dass die Ermittlungsbehörden zeitnah tätig werden und gegebenenfalls Vermögenswerte nach § 73 StGB i.V.m. § 111e StPO sicherstellen. Insbesondere dann, wenn mehrere Geschädigte koordiniert vorgehen, ist die Erfolgswahrscheinlichkeit größer.
Außerdem empfiehlt sich im Falle digital übertragener Kryptowerte ein professionelles Blockchain-Forensik-Tracing, um die Transaktionskette lückenlos zu dokumentieren. Diese Dokumentation kann sowohl im Strafverfahren als auch in einem zivilrechtlichen Verfahren als Beweismittel dienen. Gleichzeitig sollten Sie prüfen, ob eine Rückbuchung über Ihre Bank nach § 675u BGB und § 675v BGB infrage kommt — die Bankhaftung bei Kryptobetrug bietet Ihnen hier unter bestimmten Umständen eine realistische Perspektive.
Häufig gestellte Fragen zu wefi.co
Ist wefi.co seriös?
Nein. Die BaFin hat am 3. Februar 2026 offiziell vor wefi.co gewarnt und die Plattform in ihrer Warnliste unerlaubter Unternehmen aufgeführt. Nach Erkenntnissen der Aufsichtsbehörde werden dort sowohl Bankgeschäfte als auch Kryptowerte-Dienstleistungen ohne die erforderliche Erlaubnis angeboten. Eine Prüfung der BaFin-Unternehmensdatenbank ergibt, dass wefi.co dort nicht gelistet ist — das bedeutet: keine gültige Lizenz und kein regulatorischer Schutz für Anleger. Wenn Sie Zweifel an der Seriosität eines Finanzanbieters haben, sollten Sie diesen immer zuerst in der offiziellen BaFin-Datenbank überprüfen, bevor Sie Geld überweisen.
Wer steckt hinter wefi.co?
Hinter wefi.co verbirgt sich ein internationales Firmennetz aus vier Gesellschaften in vier verschiedenen Jurisdiktionen: Wefi Payments Limited mit Sitz in Calgary, Kanada; eine Gesellschaft in der Rechtsform S.R.L. mit Sitz in San José, Costa Rica; sowie Nordpal Holding Limited und Quantum Capital Holdings Limited, beide in Hongkong registriert. Diese Offshore-Konstruktion erschwert behördliche Ermittlungen erheblich und ist ein typisches Merkmal organisierter Kapitalmarktbetrugsstrukturen. Insbesondere die Streuung auf vier Jurisdiktionen macht eine schnelle Rückholung von Geldern ohne spezialisierte rechtliche Unterstützung nahezu unmöglich.
Kann ich mein Geld von wefi.co zurückholen?
Eine vollständige Rückholung ist schwierig, in Teilen aber rechtlich möglich. Drei Ansätze kommen ernsthaft in Betracht: Erstens die Bankhaftung nach § 675u und § 675v BGB, wenn die Zahlung über ein deutsches Kreditinstitut erfolgte und als unautorisierter Zahlungsvorgang eingestuft werden kann. Zweitens die Strafanzeige verbunden mit einem Antrag auf Vermögenssicherstellung nach § 73 StGB i.V.m. § 111e StPO. Drittens professionelles Krypto-Tracing, das Blockchain-forensisch Transaktionswege rekonstruiert und Vermögenswerte lokalisiert. Je früher Sie rechtliche Schritte einleiten, desto größer ist die Chance auf zumindest teilweise Teilerfolge. Wenn Sie bereits Verluste erlitten haben, sollten Sie umgehend anwaltlichen Rat einholen.
Was ist das KMAG und warum ist es relevant?
Das Kryptomärkteaufsichtsgesetz (KMAG) ist die deutsche Umsetzung der europäischen MiCAR-Verordnung (Markets in Crypto-Assets Regulation) und gilt seit Dezember 2024. Es verpflichtet alle Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen — darunter Verwahrung, Handel und Beratung — zur Einholung einer BaFin-Erlaubnis, bevor sie in Deutschland tätig werden dürfen. wefi.co besitzt diese Erlaubnis nachweislich nicht. Das KMAG ist im Fall wefi.co direkt relevant, weil die BaFin ihre öffentliche Warnung ausdrücklich auch auf dieses Gesetz gestützt hat. Darüber hinaus hat das KMAG den Schutzstandard für Krypto-Anleger in Deutschland erheblich angehoben — Anbieter ohne Erlaubnis handeln nun sowohl bankrechtlich als auch kryptospezifisch rechtswidrig.
Wie erkenne ich unerlaubte Krypto-Plattformen?
Der sicherste erste Schritt ist stets die Prüfung der offiziellen BaFin-Unternehmensdatenbank unter bafin.de. Fehlt ein Anbieter dort, ist er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht zugelassen. Weitere Warnsignale sind undurchsichtige Firmensitze in Offshore-Jurisdiktionen wie Hongkong, Costa Rica oder auf Karibikinseln; fehlende oder unvollständige Impressumsangaben; unrealistische Renditeversprechen; Druck zu schnellen, hohen Einzahlungen; sowie Auszahlungen, die plötzlich von weiteren Zahlungen abhängig gemacht werden. Ähnliche Muster finden sich auch bei KI-gestützten Kryptobetrugsmaschen und Deepfake-Phishing — ein wachsender Trend, vor dem die BaFin regelmäßig warnt.
„Wenn Sie Opfer von Krypto-Betrug geworden sind, zählt jede Stunde. Sichern Sie Ihre Beweise und lassen Sie Ihren Fall von einer spezialisierten Kanzlei analysieren. Kontaktieren Sie uns unter kryptoschaden@rexus-recht.de — Erstanalyse innerhalb von 24 Stunden.“
— Anna O. Orlowa, LL.M., RAin + FAin Bank-/Kapitalmarktrecht, Zert. Expertin Kryptowerte + Steuern