VisionInvesti: FMA warnt vor Kredit-Betrug — Ihre Rechte und Handlungsoptionen




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Tagesaktuelle BaFin-Warnungen, Blockchain-Tracing-Einblicke und Praxisfälle aus der Fachanwaltskanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht — direkt von Rechtsanwältin Anna O. Orlowa, LL.M.

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Die VisionInvesti FMA-Warnung vom 20. April 2026 ist ein klares Signal: VisionInvesti — auch unter dem Namen Capital Express VisionInvesti bekannt — betreibt laut österreichischer Finanzmarktaufsicht unerlaubte Bankgeschäfte ohne jede Konzession. Wenn Sie auf der Website visioninvesti.com investiert haben oder dort ein Kreditangebot erhalten haben, befinden Sie sich in einer ernsten rechtlichen und finanziellen Situation. Handeln Sie jetzt, bevor Gelder endgültig verschwinden.

Die FMA-Warnung gegen VisionInvesti ist nicht der erste Schlag gegen das Netzwerk hinter dem Namen „Capital Express“. Bereits am 14. April 2026 warnte dieselbe Behörde vor Capital Express MetaTrade. Sechs Tage später folgte VisionInvesti. Diese Häufung zeigt: Dahinter steckt ein strukturierter Angriff auf Anleger und Kreditnehmer in Deutschland, Österreich und darüber hinaus. Sie sollten diese Warnung mit äußerstem Ernst nehmen.

Wer den Anbieter kontaktiert hat — über kontakt@visioninvesti.com oder telefonisch — riskiert, in ein ausgeklügeltes System für unerlaubte Kreditgeschäfte hineingezogen zu werden. Die FMA beschreibt VisionInvesti als einen Anbieter, der ohne Berechtigung Gelddarlehen gemäß § 1 Abs. 1 Z 3 des österreichischen Bankwesengesetzes (BWG) gewährt. Die Veröffentlichung erfolgte auf Basis von § 4 Abs. 7 BWG, der der FMA ermöglicht, die Öffentlichkeit aktiv zu schützen. Das ist rechtlich bedeutsam: Die FMA nutzte diese Befugnis ausdrücklich, weil sie konkreten Handlungsbedarf sah.

Dieser Artikel erklärt Ihnen, was die Warnung genau bedeutet, welches rechtliche Instrumentarium Ihnen als Geschädigtem zur Verfügung steht, und wie Sie Ihre Chancen auf Rückerstattung maximieren. Dabei betrachten wir sowohl das österreichische Aufsichtsrecht als direkte Grundlage der FMA-Maßnahme als auch das deutsche Straf- und Zivilrecht — denn wenn Sie in Deutschland wohnen und durch VisionInvesti geschädigt wurden, können Sie parallel in Deutschland vorgehen.


Warum ist die FMA-Warnung gegen VisionInvesti so brisant?

Die FMA ist keine nebensächliche Behörde. Sie ist die zentrale Aufsichtsbehörde für den gesamten Finanzmarkt in Österreich und arbeitet eng mit der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA sowie mit nationalen Behörden wie der BaFin zusammen. Wenn die FMA eine öffentliche Warnung auf Basis von § 4 Abs. 7 BWG herausgibt, dann deshalb, weil sie konkrete Hinweise auf unerlaubte Geschäftstätigkeit hat und die Öffentlichkeit schützen will. Diese Warnung ist kein Versehen und keine Formalität — sie ist ein aktiver Schutzakt der Behörde.

VisionInvesti gibt an, in Graz zu sitzen. Dieser Sitz ist jedoch laut FMA lediglich angegeben. Graz ist eine seriöse österreichische Stadt mit florierender Wirtschaft. Genau deshalb wählen unseriöse Anbieter solche Adressen: Sie sollen Seriosität suggerieren. Tatsächlich verfügt VisionInvesti über keine einzige Konzession der FMA, keine Genehmigung der österreichischen Nationalbank und keinerlei Berechtigung, Banktätigkeiten — insbesondere die Vergabe von Krediten und Gelddarlehen — in Österreich zu betreiben. Dieses Fehlen jeder Konzession ist der Kern des Problems. Ohne Konzession ist jede Geschäftstätigkeit im Bereich Kreditvergabe nach österreichischem Recht unzulässig.

Für Sie als potenziell Betroffenen bedeutet das: Jeder Vertrag, den Sie mit VisionInvesti abgeschlossen haben, entbehrt einer legalen Grundlage. Zahlungen, die Sie geleistet haben, könnten unter bestimmten Umständen rückforderbar sein. Die rechtliche Situation ist komplex, aber keineswegs hoffnungslos — vorausgesetzt, Sie handeln schnell und strukturiert.


Welche Verbindung besteht zwischen VisionInvesti und Capital Express MetaTrade?

Die zeitliche Abfolge der FMA-Warnungen spricht eine deutliche Sprache. Am 14. April 2026 warnte die FMA vor Capital Express MetaTrade. Nur sechs Tage später — am 20. April 2026 — erschien die Warnung gegen VisionInvesti, die auch als „Capital Express VisionInvesti“ firmiert. Beide Warnungen stammen von derselben Behörde, beide betreffen unerlaubte Bankgeschäfte, und beide tragen das Kürzel „Capital Express“ im Namen.

Dieses Muster ist aus der Betrugsforschung und der forensischen Analyse von Finanzdelikten gut bekannt: Betrügerische Netzwerke operieren unter mehreren Markennamen gleichzeitig. Wenn eine Marke in das Fadenkreuz der Behörden gerät, verlagert das Netzwerk seinen Betrieb teilweise auf eine neue Marke. So entstehen Parallelstrukturen wie Capital Express MetaTrade und Capital Express VisionInvesti, die scheinbar unabhängig auftreten, aber gemeinsame Betreiberstrukturen, gemeinsame Infrastruktur und oft dieselben Täter im Hintergrund haben.

Für Sie als Geschädigten ist diese Erkenntnis wichtig: Wenn Sie mit einer dieser Plattformen Kontakt hatten, sollten Sie auch die andere im Blick behalten. Zeugenaussagen, Transaktionsdaten und Kommunikationsverläufe aus beiden Fällen können bei einer Strafverfolgung gegenseitig verwertet werden. Eine Krypto-Tracing- und Blockchain-Forensik-Analyse kann Geldflüsse sichtbar machen, die auf den ersten Blick unsichtbar erscheinen.


Was bedeutet § 1 Abs. 1 Z 3 BWG für Betroffene konkret?

Das österreichische Bankwesengesetz definiert in § 1 Abs. 1 Z 3 BWG das sogenannte Kreditgeschäft: die Gewährung von Gelddarlehen. Diese Tätigkeit ist eine Bankkonzession — wer sie ohne Konzession ausübt, begeht eine Rechtsverletzung erheblichen Ausmaßes. VisionInvesti soll genau diese Tätigkeit ohne jede Genehmigung ausgeübt haben, wie die FMA-Warnung festhält.

Was heißt das für Sie? Wenn Ihnen VisionInvesti ein Darlehen angeboten oder tatsächlich gewährt hat, handelte der Anbieter illegal. Verträge, die auf einer illegalen Grundlage beruhen, können nach deutschen Rechtsgrundsätzen gemäß § 134 BGB nichtig sein — was bedeutet, dass keine rechtswirksame Verpflichtung Ihrerseits entstanden ist. Im Umkehrschluss könnten bereits erbrachte Zahlungen als ungerechtfertigte Bereicherung nach § 812 BGB zurückgefordert werden. Das ist keine Garantie, aber ein ernstzunehmender Anknüpfungspunkt für eine Klage.

Gleichzeitig prüfen spezialisierte Anwälte, ob ein Verstoß gegen das KWG vorliegt. In Deutschland regelt § 32 KWG die Erlaubnispflicht für Bankgeschäfte. Wer ohne Erlaubnis Kreditgeschäfte betreibt, begeht nach § 54 KWG eine Straftat. Da VisionInvesti grenzüberschreitend tätig ist und sich auch an deutsche Kunden wendet, ist das deutsche KWG-Regime sehr wahrscheinlich anwendbar. Eine gleichzeitige Strafanzeige in Deutschland und Österreich erhöht den Verfolgungsdruck erheblich. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag zur Bankhaftung bei Kryptobetrug.


Wie schützen Sie sich vor den Methoden solcher Anbieter?

VisionInvesti und ähnliche Plattformen nutzen professionell gestaltete Websites, angebliche Büros in respektablen Städten wie Graz und gut klingende Markennamen. Sie sprechen Interessenten direkt an — häufig per Kaltakquise, über soziale Netzwerke oder durch gezielte Online-Werbung. Das Angebot klingt attraktiv: günstige Kredite, hohe Anlagezinsen, schnelle Abwicklung. Doch hinter der glänzenden Fassade steckt ein Anbieter ohne jede behördliche Erlaubnis.

Bevor Sie mit irgendeinem Finanzdienstleister Geschäfte machen, prüfen Sie ihn auf der FMA-Warnliste. Dort finden Sie alle Anbieter, vor denen die österreichische Aufsichtsbehörde gewarnt hat. Parallel dazu empfiehlt sich die Überprüfung in der BaFin-Datenbank für Deutschland. Wenn ein Anbieter dort nicht auftaucht oder gar negativ gelistet ist, betrachten Sie das als absolutes Warnsignal.

Moderne Betrugsnetzwerke setzen zudem auf gefälschte Identitäten und Deepfake-Technologien, wie wir in unserem Bericht über KI-gestützten Krypto-Betrug und Deepfake-Phishing 2026 ausführlich dargelegt haben. Video-Calls mit vermeintlichen Anlageberatern, gefälschte Zertifikate und imitierte Behördenkorrespondenz gehören heute zum Standard-Repertoire professionell organisierter Betrugsgruppen.


Welche deutschen Strafnormen sind auf VisionInvesti anwendbar?

Für Staatsanwaltschaften und Strafverfolgungsbehörden in Deutschland bietet der Fall VisionInvesti mehrere Anknüpfungspunkte. Zunächst kommt § 263 StGB in Betracht: Wer durch Vorspiegelung falscher Tatsachen — etwa eine gültige Konzession oder einen realen Sitz in Graz — einen Irrtum erregt und dadurch Vermögen erlangt, macht sich des Betruges strafbar. Die Strafe beträgt bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe, in besonders schweren Fällen bis zu zehn Jahre.

Daneben greift möglicherweise § 264a StGB — Kapitalanlagebetrug — wenn VisionInvesti in Prospekten, Darstellungen oder Übersichten über Kapitalanlagen wesentlich unrichtige Angaben gemacht hat. Beide Tatbestände können kumulativ verwirklicht sein. Hinzu tritt § 261 StGB, wenn die erlangten Gelder durch den inkriminierten Betrieb weitergewaschen wurden. Eine strafrechtliche Verfolgung wegen Geldwäsche eröffnet die Möglichkeit einer Vermögensbeschlagnahme nach § 111b StPO sowie einer Sicherstellung nach § 111e StPO — das sind genau die Instrumente, die im Erfolgsfall zu einer Rückführung von Geldern an Geschädigte führen können.

Eine Strafanzeige gemäß § 152 StPO bei der zuständigen Staatsanwaltschaft setzt das formale Ermittlungsverfahren in Gang. Wenn die Ermittlungen nach § 170 StPO zur Anklage führen, profitieren Sie als Nebenkläger oder Verletzter direkt von den strafprozessualen Maßnahmen, einschließlich möglicher Vermögenssicherungen nach §§ 73, 73a StGB (Einziehung von Taterträgen). Je mehr Betroffene gleichzeitig Anzeige erstatten, desto größer wird der Druck auf die Strafverfolgungsbehörden, aktiv vorzugehen.


Welche zivilrechtlichen Ansprüche haben Geschädigte gegen VisionInvesti?

Neben dem Strafrecht bietet das deutsche Zivilrecht ein breites Instrumentarium. An erster Stelle steht § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 263 StGB: Wer durch eine Straftat nach § 263 StGB einen Schaden erleidet, kann den entstandenen Schaden auf zivilrechtlichem Weg ersetzt verlangen. Diese Anspruchskombination ist in der deutschen Rechtsprechung etabliert und ermöglicht es Ihnen, als Geschädigter direkt gegen die Verantwortlichen vorzugehen.

Gleichzeitig kommt § 826 BGB in Betracht — sittenwidrige Schädigung. Wer vorsätzlich in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise einem anderen Schaden zufügt, ist dem anderen zum Ersatz verpflichtet. Das Betreiben konzessionspflichtiger Bankgeschäfte ohne jede Erlaubnis, verbunden mit aktiver Täuschung von Anlegern, erfüllt diese Voraussetzungen nach herrschender Meinung.

Sofern VisionInvesti auch Kreditverträge mit deutschen Kunden abgeschlossen hat, ist zudem § 134 BGB in Verbindung mit § 32 KWG relevant: Ein Vertrag, der gegen ein gesetzliches Verbot verstößt, ist nichtig. Auf der Grundlage dieser Nichtigkeit können Sie geleistete Zahlungen nach § 812 BGB zurückfordern. Daneben besteht bei arglistiger Täuschung eine Anfechtungsmöglichkeit nach § 123 BGB, und besonders ausbeuterische Vertragsgestaltungen können nach § 138 BGB als sittenwidrig und damit nichtig eingestuft werden. Hinzukommen Schadensersatzansprüche wegen Pflichtverletzung nach § 280 BGB sowie Verzugszinsen nach § 286 BGB. Das zivilrechtliche Arsenal ist also erheblich — vorausgesetzt, Sie handeln rechtzeitig.

Wie der Fall VisionInvesti zeigt, agieren solche Netzwerke grenzüberschreitend und nutzen dabei gezielt internationale Lücken in der Strafverfolgung. Dazu haben wir die Europol-Zerschlagung eines 700-Millionen-Krypto-Betrugsrings analysiert — ein Fall, der zeigt, was möglich ist, wenn Behörden koordiniert vorgehen.


Sie haben durch eine betrügerische Plattform Geld verloren? Schildern Sie uns Ihren Fall — unsere Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht prüft Ihre Handlungsoptionen. Schreiben Sie an kryptoschaden@rexus-recht.de oder nutzen Sie das Kontaktformular auf kryptoschaden.de.


Was können Betroffene in Deutschland konkret unternehmen?

Der erste und wichtigste Schritt ist die vollständige Beweissicherung. Machen Sie sofort Screenshots aller Seiten auf visioninvesti.com — auch wenn die Seite morgen offline sein sollte. Sichern Sie alle E-Mails von und an kontakt@visioninvesti.com. Exportieren Sie Ihre Kontoauszüge und alle Transaktionsnachweise. Dokumentieren Sie Chats, Telefonnotizen, Namen von angeblichen Beratern und alle gemachten Versprechen. Diese Beweise sind die Grundlage für jeden weiteren Schritt.

Im zweiten Schritt empfiehlt sich die Strafanzeige. Wenden Sie sich an die Staatsanwaltschaft Ihres Wohnsitzes. In Bayern hat sich beispielsweise die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) als effektiv erwiesen, in anderen Bundesländern gibt es vergleichbare Schwerpunktstaatsanwaltschaften. Je früher die Anzeige erstattet wird, desto besser sind die Chancen auf eine Vermögenssicherung. Denn wenn Geldflüsse erst einmal in Briefkastenfirmen verschwunden sind, wird die Rückverfolgung erheblich schwieriger.

Im dritten Schritt empfiehlt sich die Beauftragung einer spezialisierten Kanzlei. Sie haben nach dem LG-Bamberg-Urteil zur Bitcoin-Bande — das wir in unserem Bericht über das LG-Bamberg-Urteil zur Fake-Trading-Bitcoin-Bande analysiert haben — gesehen, dass Gerichte auch im Bereich Krypto und unerlaubte Finanzdienstleistungen klare Urteile fällen. Wer frühzeitig klagt, sichert sich prioritäre Positionen gegenüber anderen Gläubigern im Falle einer späteren Insolvenz der Betreiber.

Denken Sie außerdem daran: VisionInvesti ist grenzüberschreitend tätig. Das bedeutet, dass eine koordinierte Vorgehensweise auf deutschem und österreichischem Gebiet sinnvoll ist. Spezialisierte Kanzleien koordinieren solche parallelen Verfahren und nutzen Erkenntnisse aus einem Verfahren für das andere.


Welche Rolle spielt die Blockchain-Forensik bei der Rückholung von Geldern?

Viele Opfer gehen davon aus, dass ihr Geld nach einer Zahlung an einen Krypto-Betrüger unwiederbringlich verloren ist. Das ist nicht zwangsläufig richtig. Wenn Zahlungen über Kryptowährungen abgewickelt wurden — was bei Anbietern wie VisionInvesti häufig der Fall ist — können spezialisierte Blockchain-Analysten die Transaktionskette auf der öffentlichen Blockchain nachverfolgen. Jede Transaktion hinterlässt einen dauerhaften digitalen Abdruck.

Diese Blockchain-Forensik-Analyse zeigt, an welche Wallets die Gelder geflossen sind, ob sie auf regulierten Börsen gelandet sind und ob dort eine Identifizierung möglich wäre. Wenn die Gelder auf einer Exchange landen, die in einer regulierten Jurisdiktion operiert, können Anwälte eine Herausgabepflicht per einstweiliger Verfügung oder im Rahmen von Rechtshilfeersuchen durchsetzen. Das ist technisch anspruchsvoll, aber in zahlreichen Fällen erfolgreich gewesen. Informieren Sie sich über die Möglichkeiten der Krypto-Tracing- und Blockchain-Forensik durch einen spezialisierten Anwalt.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die MiCAR — die EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte (Markets in Crypto-Assets Regulation). MiCAR schafft erstmals einen einheitlichen europäischen Rechtsrahmen für Kryptowert-Dienstleistungen und verpflichtet Anbieter zu Transparenz, Zulassung und Kundenidentifizierung. Anbieter wie VisionInvesti, die ohne jede Konzession operieren, verstoßen nicht nur gegen das BWG und das KWG, sondern möglicherweise auch gegen MiCAR, sobald Kryptowerte in ihre Transaktionskette einbezogen werden. Das eröffnet weitere behördliche Eskalationspfade.


Was zeigt die FMA-Warnliste über das Ausmaß solcher Aktivitäten?

Die FMA-Warnliste wächst stetig. Allein im April 2026 finden sich dort mehrere neue Einträge, darunter Capital Express MetaTrade vom 14. April und VisionInvesti vom 20. April. Diese Verdichtung ist kein Zufall. Kriminelle Netzwerke reagieren auf wachsenden Verfolgungsdruck, indem Sie neue Marken gründen, neue Websites aufbauen und neue Domänen registrieren. Der Zyklus von Aufbau, Wachstum und Abwicklung wird immer kürzer.

Für Verbraucher bedeutet das: Die Warnliste ist ein unverzichtbares Instrument, aber kein vollständiger Schutz. Zwischen dem Zeitpunkt der Beschwerde und der Veröffentlichung einer Warnung vergehen häufig Wochen. In dieser Zeit können neue Opfer entstehen. Deshalb gilt als Grundregel: Prüfen Sie nicht nur die Warnliste, sondern führen Sie auch eine aktive Due Diligence durch — Handelsregisterprüfung, Impressum-Analyse, Überprüfung der angegebenen Adresse und Nachforschungen über die genannten Ansprechpartner.

Wenn Sie bereits gehandelt haben und sich jetzt auf der Verliererseite befinden, zählen nicht Bedauern und Abwarten, sondern konkretes juristisches Handeln. Jede Woche Verzögerung vermindert die Chancen auf Rückerstattung. Vermögen wird versteckt, Konten werden geleert, Server werden abgeschaltet. Die Zeit arbeitet für den Betrüger, nicht für Sie.


Wie hat die Rechtsprechung in vergleichbaren Fällen entschieden?

Die deutsche Rechtsprechung zu unerlaubten Finanzdienstleistungen und Krypto-Betrug ist in den letzten Jahren erheblich praxistauglicher geworden. Gerichte haben gelernt, mit digitalen Beweisen umzugehen, Blockchain-Gutachten als Beweismittel anzuerkennen und grenzüberschreitende Sachverhalte zu beurteilen. Das LG Bamberg-Urteil zur Bitcoin-Bande ist ein Beleg dafür, dass sich der Einsatz einer spezialisierten Kanzlei lohnt — das Gericht sprach klare Verurteilungen aus und ordnete Einziehungen von Taterträgen an.

Daneben zeigt die Europol-Koordination von grenzüberschreitenden Fällen, dass internationale Behördenkooperation zunehmend Früchte trägt. Wenn Strafanzeigen in mehreren Ländern gleichzeitig koordiniert erstattet werden und Anwälte frühzeitig Beweissicherungsanträge stellen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Einfrierungsanordnungen erheblich. Für Betroffene von VisionInvesti bedeutet das: Koordinieren Sie Ihre Schritte, wenn Sie andere Geschädigte kennen. Sammelklagen und koordinierte Strafanzeigen haben eine statistisch höhere Erfolgsquote als isolierte Einzelklagen.

In einigen Fällen haften auch Zahlungsdienstleister oder Banken, die Transaktionen an konzessionslose Anbieter ohne ausreichende Prüfpflichten abgewickelt haben. Nach § 675u BGB und § 675v BGB bestehen unter Umständen Erstattungsansprüche gegen die kontoführende Bank des Opfers, wenn Zahlungen ohne Autorisierung oder aufgrund einer Manipulation durchgeführt wurden. Auch § 280 BGB kann gegenüber Banken greifen, die Warn- und Aufklärungspflichten verletzt haben. Sprechen Sie eine spezialisierte Kanzlei auf diesen Aspekt an.


Welche Warnzeichen weisen auf einen unlizenzierten Finanzdienstleister hin?

Betrügerische Anbieter wie VisionInvesti folgen einem erkennbaren Muster. Sie präsentieren sich mit professionell gestalteten Websites, die auf den ersten Blick wie seriöse Finanzplattformen aussehen. Die Sprache ist geschliffenes Deutsch, die Logos und Layouts wirken vertrauenerweckend. Doch wenige gezielte Prüfschritte reichen aus, um das Konstrukt zu durchschauen. Das erste und deutlichste Warnzeichen ist das Fehlen einer nachweisbaren Konzession. Kein seriöser Kreditanbieter in Österreich oder Deutschland darf ohne Zulassung operieren — prüfen Sie daher immer die FMA-Warnliste und das BaFin-Unternehmensregister.

Das zweite Warnzeichen ist ungewöhnlicher Kontaktdruck. Wenn Sie von einem Anbieter unaufgefordert kontaktiert werden und unter Zeitdruck gesetzt werden, ein Angebot sofort anzunehmen, ist Vorsicht geboten. Seriöse Banken und Kreditinstitute gehen nicht mit Kaltakquise und künstlicher Dringlichkeit vor. VisionInvesti hat nach vorliegenden Berichten Interessenten aktiv angesprochen und dabei ein Bild der Seriosität aufgebaut, das der FMA-Warnung vollständig widerspricht.

Das dritte Warnzeichen sind ungewöhnliche Zahlungswege. Wenn ein angeblicher Kreditgeber Sie auffordert, Vorabgebühren, Bearbeitungsgebühren oder Sicherheitsleistungen in Kryptowährungen oder auf ausländische Konten zu überweisen, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Betrug. Legitime Kreditvergabe verrechnet keine Vorabkosten vor Auszahlung des Darlehens. Wenn Sie diese Konstellation bereits erlebt haben und an VisionInvesti oder eine ähnliche Plattform gezahlt haben, sollten Sie unverzüglich handeln.

Das vierte Warnzeichen ist fehlende oder manipulierte Identität. Anbieter ohne Konzession behaupten häufig, in angesehenen Städten wie Graz, Zürich oder Wien zu sitzen, ohne dass dies verifizierbar wäre. Eine einfache Prüfung im österreichischen Firmenbuch oder deutschen Handelsregister kann schnell zeigen, ob ein Unternehmen unter dem behaupteten Namen und der behaupteten Adresse tatsächlich registriert ist. Im Fall von VisionInvesti spricht die FMA lediglich von einem „angeblichen Sitz“ in Graz — ein eindeutiges Indiz dafür, dass die tatsächliche Registrierung nicht überprüft werden konnte oder nicht besteht.


Welche häufigen Fragen stellen Betroffene zu VisionInvesti und der FMA-Warnung vom 20. April 2026?

Was genau hat die FMA gegen VisionInvesti unternommen?

Die österreichische Finanzmarktaufsicht FMA hat am 20. April 2026 eine offizielle Warnung gegen VisionInvesti (visioninvesti.com) veröffentlicht. Grundlage ist § 4 Abs. 7 BWG. Der Anbieter verfügt über keine Konzession für Bankgeschäfte in Österreich, insbesondere nicht für die Gewährung von Gelddarlehen gemäß § 1 Abs. 1 Z 3 BWG. Die Warnung richtet sich an alle potenziellen Kunden des Anbieters und ist öffentlich zugänglich. Sie sind gut beraten, diese Warnung als eindeutiges Zeichen zu interpretieren, dass Sie mit diesem Anbieter keinerlei Geschäfte abschließen sollten.

Ist VisionInvesti wirklich in Graz ansässig?

Die FMA beschreibt den Sitz in Graz als lediglich angegeben. Ob tatsächlich eine operative Niederlassung in Graz besteht, ist nicht verifiziert. Erfahrungen aus vergleichbaren Fällen zeigen, dass betrügerische Plattformen regelmäßig fiktive Adressen in seriösen Städten verwenden, um Vertrauen zu erzeugen. Wenn Sie den Anbieter aufsuchen wollten, würden Sie aller Wahrscheinlichkeit nach an einem leeren Büro oder einer nicht existierenden Adresse ankommen. Schenken Sie diesen Angaben kein Vertrauen und suchen Sie rechtliche Hilfe.

Wie hängt VisionInvesti mit Capital Express MetaTrade zusammen?

Capital Express MetaTrade erhielt bereits am 14. April 2026 eine FMA-Warnung. VisionInvesti — auch als Capital Express VisionInvesti bezeichnet — folgte am 20. April 2026. Beide Warnungen deuten auf ein zusammenhängendes Netzwerk hin, das unter verschiedenen Markennamen unerlaubte Finanzdienstleistungen anbietet. Wenn Sie mit einer der beiden Plattformen Kontakt hatten, sollten Sie beide in Ihre Strafanzeige einbeziehen. Das erhöht den Verfolgungsdruck und verbessert Ihre Chancen auf eine Strafverfolgung der Hintermänner.

Welche deutschen Rechtsnormen sind für Geschädigte relevant?

Für in Deutschland ansässige Geschädigte kommen § 263 StGB (Betrug), § 264a StGB (Kapitalanlagebetrug) sowie zivilrechtliche Ansprüche nach § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 263 StGB und § 826 BGB in Betracht. Daneben greifen § 812 BGB (ungerechtfertigte Bereicherung), § 134 BGB (Nichtigkeit bei Gesetzesverstoß) und § 123 BGB (Anfechtung wegen arglistiger Täuschung). Das KWG-Regime nach § 32 und § 54 KWG ist ebenfalls einschlägig. Ziehen Sie eine spezialisierte Anwältin hinzu, um die für Ihren Fall passenden Normen gezielt anzuwenden.

Was sollten Betroffene als Erstes tun?

Sichern Sie sofort alle Beweise: Screenshots der Website visioninvesti.com, E-Mails von kontakt@visioninvesti.com, Transaktionsbelege, Chat-Protokolle und Kontoauszüge. Erstatten Sie Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft. Beauftragen Sie eine auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Rechtsanwältin, die zivilrechtliche Rückforderungsansprüche koordiniert und gegebenenfalls eine Blockchain-Forensik-Analyse veranlasst. Warten Sie nicht — jede Stunde, die vergeht, kann die Erfolgsaussichten mindern.


„Wenn Sie Opfer von Krypto-Betrug geworden sind, zählt jede Stunde. Sichern Sie Ihre Beweise und lassen Sie Ihren Fall von einer spezialisierten Kanzlei analysieren. Kontaktieren Sie uns unter kryptoschaden@rexus-recht.de — Erstanalyse innerhalb von 24 Stunden.“
— Anna O. Orlowa, LL.M., RAin + FAin Bank-/Kapitalmarktrecht, Zert. Expertin Kryptowerte + Steuern


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