TGI AG: BaFin-Untersagung – was Anleger jetzt wissen sollten

Am 18. April 2026 erließ die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht eine sofort vollziehbare Untersagungsverfügung gegen die TGI AG aus Vaduz. Die Behörde untersagte folglich zwei Vermögensanlagen wegen Verstoßes gegen das Vermögensanlagengesetz. Nach Darstellung der BaFin sind rund 40.000 Kundinnen und Kunden in Deutschland unmittelbar betroffen.

Sie suchen nach Informationen rund um die Untersagungsverfügung? Vielleicht haben Sie bei Trust Gold International eine Anlage gezeichnet. Daher fragen Sie sich möglicherweise, ob Ihr Kapital sicher ist. Womöglich wartet eine Auszahlung auf sich, oder Sie erhalten unerwartete Rückfragen zum Vertrag. Dieser Artikel erklärt deshalb, was die Maßnahme rechtlich bedeutet, welche regulatorische Lücke sie offenbart und welche Schritte jetzt sinnvoll sind.

Wovor warnt die BaFin im Zusammenhang mit der TGI AG?

Die Behörde handelte auf der Grundlage von § 18 VermAnlG. Danach darf sie den Vertrieb einer Vermögensanlage untersagen, sobald ein Prospektverstoß vorliegt. Zudem fehlte eine Gestattung nach § 11a VermAnlG. Nach Darstellung der BaFin fehlt für beide betroffenen Produkte ein nach § 14 VermAnlG vorgeschriebener genehmigter Verkaufsprospekt. Deshalb ist der weitere Vertrieb sofort untersagt.

Außerdem besteht der Vorwurf, dass die Vertragsgestaltung Anleger über die tatsächliche Mittelverwendung im Unklaren ließ. Liechtensteinisches Gesellschaftsrecht ersetzt dabei jedoch keine deutschen Anlegerschutznormen. Da die Produkte aktiv in Deutschland angeboten wurden, unterfallen sie dem VermAnlG vollständig. Folglich hat ein Widerspruch der TGI AG keine aufschiebende Wirkung.

Welche Erlaubnislücke zeigt der Fall TGI AG?

Das Kernproblem liegt in der Konstruktion als Goldrabatt-Vermögensanlage. Anleger erwerben formal keine Wertpapiere, sondern partizipieren an einem Rabattmodell. Wirtschaftlich ähnelt das einer verzinslichen Schuldverschreibung. Genau diese Grauzone nutzen Anbieter, um sich dem strengeren Wertpapierprospektrecht zu entziehen. Das VermAnlG schließt diese Lücke jedoch.

Es erfasst somit jede Form von Beteiligung oder Forderung gegenüber einem Emittenten, sofern sie in Deutschland öffentlich angeboten wird. Daher stehen betroffene Anleger vor einem Anbieter ohne regulierte Einlagensicherung und ohne BaFin-Gestattung. Daraus ergeben sich möglicherweise verschuldensunabhängige Rückforderungsansprüche nach § 11 VermAnlG. Diese Norm begründet eine Prospekthaftung bei fehlendem Prospekt.

Was stellt die BaFin fest – und was nicht?

Die Behörde stellt fest, dass der Vertrieb ohne die erforderliche Gestattung und ohne genehmigten Prospekt erfolgte. Hingegen äußert sie sich nicht zur Bonität der TGI AG, zur tatsächlichen Deckung der Goldreserven oder zur strafrechtlichen Relevanz. Die Untersagung ist eine verwaltungsrechtliche Maßnahme. Sie ersetzt weder eine Zivil- noch eine Strafklage.

Wer nach Termen wie „TGI AG Betrug“ oder „Trust Gold International Schaden“ auf diese Seite gestoßen ist: Die BaFin verwendet den Begriff Betrug in ihrer Verfügung nicht. Dennoch kann das Fehlen eines Prospekts einen zivilrechtlichen Rückforderungsanspruch begründen. Dieser Anspruch ist folglich unabhängig von einer Strafanzeige geltend machbar. Daher lohnt sich eine frühzeitige rechtliche Einschätzung.

Welche forensischen Ansatzpunkte ergeben sich bei der TGI AG?

Im ersten Schritt empfiehlt sich die Sicherung aller Vertragsunterlagen: Zeichnungsschein, Produktbeschreibungen sowie Konto- oder Depot-Auszüge. Zudem sollten Zahlungsnachweise für geleistete Einzahlungen aufbewahrt werden. Falls Zahlungen über Kryptowährungen abgewickelt wurden, lässt sich die Mittelverwendung mittels Blockchain-Tracing nachverfolgen. Auf kryptoschaden.de werden vergleichbare unerlaubte Anbieter dokumentiert.

Darüber hinaus ist zu prüfen, ob TGI-Vertreter persönlich in Deutschland tätig waren. In diesem Fall kommt somit auch eine Haftung natürlicher Personen in Betracht. Insbesondere die ersten Stunden nach Erkennen eines Schadens sind entscheidend. Welche Schritte dabei wirkungsvoll sind, erläutert der Beitrag Erste Stunden nach Erkennen eines Krypto-Betrugs – was wirklich zählt auf anwalt.de.

Was bedeutet die Untersagung für Personen mit Kapital bei der TGI AG?

Wer Gelder angelegt hat, sollte zunächst keine weiteren Zahlungen leisten. Angebotene Reaktivierungskosten sind nach einer Behördenwarnung ein typisches Erkennungsmerkmal von Recovery Scams. Zudem empfiehlt sich die Prüfung, ob Rückforderungsansprüche aus der Prospekthaftung nach § 11 VermAnlG greifen. Ergänzend können vertragsrechtliche Ansprüche geltend gemacht werden.

In Fällen, in denen Gelder ins Ausland geflossen sind, kommen außerdem internationale Rechtshilfe-Mechanismen in Betracht. Wie eine Rückforderung bei unerlaubten Anbietern strukturiert wird, beschreibt der Fachbeitrag Rückforderung von Kryptowerten bei unerlaubten Anbietern auf anwalt.de. Somit ist eine individuelle Prüfung durch eine auf Kapitalmarktrecht spezialisierte Kanzlei der wichtigste nächste Schritt. Schließlich eröffnet die vorliegende Behördenentscheidung konkrete zivilrechtliche Hebel.

TGI AG reagiert nicht mehr, oder es kommt eine angebliche Steuer-Vorauszahlung?

Eine Erstprüfung umfasst die Erlaubnislage, die Bankenpflichtverletzung sowie die forensische Nachverfolgung der Empfänger-Wallets. Sie erhalten eine schriftliche Erstbewertung mit Realisierungseinschätzung und Schrittfolge.

Übermitteln Sie Ihren Fall über das Kontaktformular oder per E-Mail an kryptoschaden@rexus-recht.de.

Anna Orlowa, LL.M., Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht, zertifizierte Spezialistin für Kryptowerte und Steuern