Was bedeutet die BaFin-Warnung gegen PGIM Pro für Sie?

Die BaFin hat im April 2026 offiziell vor den Plattformen u4p7g.top und pgimc2c.buzz gewarnt. Diese Domains operieren unter dem Namen „PGIM Pro“. Die Betreiber nutzen die Identität der PGIM Limited — Asset-Manager der Prudential Financial Group mit rund 1,3 Billionen US-Dollar verwaltetem Vermögen — ohne jede Genehmigung. Wenn Sie durch eine Person namens „Coral“ oder andere Aliasse auf diese Plattform gelockt wurden, sind Ihre Verluste zivilrechtlich angreifbar.

Hinter dem Namen „PGIM Pro“ verbirgt sich ein Betrugsschema, das gezielt das Vertrauen in einen weltbekannten institutionellen Asset Manager ausnutzt. Die echte PGIM Limited ist ein Tochterunternehmen der Prudential Financial Group und verwaltet Kapital für institutionelle und private Anleger weltweit. Mit dieser Plattform hat das Unternehmen keinerlei Verbindung. Die BaFin hat im April 2026 ausdrücklich festgestellt, dass die unbekannten Betreiber der Domains Finanzdienstleistungen und Kryptowertedienstleistungen ohne jede behördliche Erlaubnis anbieten. Das stellt einen Verstoß gegen § 32 KWG dar und öffnet die Pforte zu umfassenden zivilrechtlichen Schadensersatzansprüchen.

Wie läuft der Coral-Scam ab?

Die Anwerbung verläuft nach einem Muster, das Sicherheitsforscherinnen und -forscher als klassisches Pig-Butchering mit zusätzlichem Brand-Hijack identifizieren. Eine Person, die sich hauptsächlich „Coral“ nennt, nimmt über Social-Media-Kanäle Kontakt auf. Sie gewinnt das Vertrauen der Zielperson über Wochen hinweg und leitet sie dann auf eine der genannten Domains. Dort präsentiert die Plattform einen angeblich exklusiven Handelsbereich. Dieser imitiert die optische Anmutung eines regulierten Finanzprodukts, ohne irgendeine MiCAR-CASP-Zulassung gemäß der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte zu besitzen.

Die verwendeten Aliasse und das konsistente, fast zu freundliche Kommunikationsverhalten der „Coral“-Persona legen nahe, dass hier KI-gestützte Persona-Technologie im Einsatz ist. Das ist bei modernen Betrugsoperationen im Jahr 2026 nicht mehr die Ausnahme, sondern zunehmend die Regel. Wie KI-Personas im Kryptobetrug 2026 technisch funktionieren und wie Sie sie erkennen, erläutert unser Grundlagenartikel zu Deepfake und KI-Phishing ausführlich.

Strafrechtlich erfüllt das gesamte Konstrukt den Tatbestand des Betrugs nach § 263 StGB. Die Täuschung über die Identität des Anbieters, die Täuschung über die Lizenzierung und die daraus resultierende Vermögensverfügung sind die klassischen Elemente dieses Tatbestands. Hinzu kommt der Computerbetrug nach § 263a StGB, soweit die technische Plattform zur Manipulation der angezeigten Kontostände dient. Für Sie als Betroffene oder Betroffenen ist die strafrechtliche Einordnung zwar nicht der primäre Hebel zur Geldrecovery — der liegt im Zivilrecht. Aber sie schafft die Grundlage für staatliche Sicherungsmaßnahmen nach § 73 StGB i.V.m. § 111e StPO. Diese Maßnahmen können kriminelles Vermögen einfrieren, bevor es weiter verschoben wird.


📣 Telegram-Kanal der Fachanwältin

Kryptobetrug erkennen. Richtig reagieren. Geld einfrieren lassen.

Tagesaktuelle BaFin-Warnungen, Blockchain-Tracing-Einblicke und Praxisfälle aus der Fachanwaltskanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht — direkt von Rechtsanwältin Anna O. Orlowa, LL.M.

▶ Jetzt @kryptobetrug_anwaeltin auf Telegram folgen


Wie missbrauchen die PGIM-Pro-Betreiber die Marke eines globalen Asset Managers?

Die Betreiber von u4p7g.top und pgimc2c.buzz haben sich gezielt die Bekanntheit von PGIM Limited zunutze gemacht, ohne jede rechtliche Verbindung zu dieser Gesellschaft. PGIM Limited ist ein regulierter Asset Manager der Prudential Financial Group — einer der größten Finanzkonzerne der USA. Diese Gesellschaft steht in keiner Verbindung zu den Betrügerplattformen. Diese Form des Identitätsmissbrauchs macht die Täuschung besonders schwer zu durchschauen.

Der Identitätsmissbrauch eines etablierten institutionellen Asset Managers ist keine bloß kosmetische Frage. Er ist ein entscheidender Faktor für die zivilrechtliche Bewertung des Schadensfalls. Wer ernsthaft auf PGIM Limited als regulierten Finanzdienstleister vertraute und auf dieser Grundlage eine Anlageentscheidung traf, war einem besonders schwerwiegenden Irrtum ausgesetzt. Er oder sie durfte davon ausgehen, mit einem Unternehmen zu interagieren, das den strengen Regulierungsanforderungen mehrerer Jurisdiktionen unterliegt. Die tatsächliche Plattform besaß weder eine Erlaubnis nach § 1 KWG noch eine MiCAR-Zulassung als Crypto Asset Service Provider.

Welche Rechtsfolgen hat die arglistige Täuschung über die Markenidentität?

Die Falschdarstellung gegenüber Anlegerinnen und Anlegern, man sei mit einem regulierten, international anerkannten Vermögensverwalter verbunden, ist der Kern einer arglistigen Täuschung im Sinne von § 123 BGB. Diese Täuschung berechtigt zur Anfechtung einer auf dieser Grundlage abgegebenen Willenserklärung — etwa der Einzahlungsbestätigung — mit rückwirkender Kraft. Kommt Anfechtung in Betracht, prüfen Sie gleichzeitig nach § 134 BGB, ob der Vertrag wegen Verstoßes gegen das gesetzliche Verbot des erlaubnislosen Betriebs von Anfang an nichtig ist.

In einem solchen Fall greift der Bereicherungsausgleich nach § 812 BGB: Was ohne Rechtsgrund geleistet wurde, ist zurückzugewähren. Auf diese Kombination aus Anfechtung, Nichtigkeit und Bereicherungsrecht gründet sich der zivilrechtliche Angriff auf die Geldverschiebung.

Wichtig ist auch die Perspektive des Markenrechts: Die echte PGIM Limited hat eigene Interessen an der Strafverfolgung der Täter und kooperiert in vergleichbaren Fällen mit Ermittlungsbehörden. Wenn Sie den Betätigungsbereich der Täter in Ihrer Anzeige und Ihrer anwaltlichen Eingabe dokumentieren — mit Screenshots, in denen das PGIM-Logo und der Firmenname missbraucht werden —, unterstützen Sie Ihr eigenes Rückforderungsverfahren und die internationale Ermittlung gegen diese Betrugsstruktur zugleich.


Welche Rolle spielt die KI-Persona „Coral“ — und warum ist das für Ihre Rechtsdurchsetzung relevant?

Die Persona „Coral“ ist das soziale Einfallstor dieses Betrugsschemas. Sie nimmt über Social-Media-Plattformen Kontakt auf, pflegt ein vertrauensvolles Verhältnis über einen längeren Zeitraum und dirigiert die Zielperson dann auf eine der PGIM-Pro-Domains. Das Auftreten unter mehreren Aliassen und die inhaltliche Konsistenz der Kommunikation legen den Einsatz von KI-gestützten Persona-Tools nahe. Für die Täteridentifikation ist das erschwerend — für Ihre Ansprüche aber nicht entscheidend.

Das Phänomen der KI-Persona ist in der Welt des Finanzbetrugs 2026 weit verbreitet. Sogenannte Romance-Scam-Operationen — zu denen das Pig-Butchering-Schema gehört — setzen seit einigen Jahren auf automatisierte Kommunikationsprofile. Die Betreiber reichern diese Profile mit echten Fotos anderer Personen an. So simulieren sie über Monate hinweg eine vertrauensvolle Kommunikation. Die Parallelbewirtschaftung mehrerer Aliasse durch eine einzige technische Infrastruktur erklärt, warum Opfer solcher Schemata nach Aufdeckung der Täuschung häufig berichten, ihr Gegenüber habe sich identisch mit anderen Schilderungen von Betroffenen verhalten. Gleiche Sätze, gleiche Strukturen, gleiche emotionale Eskalation — das ist kein Zufall, sondern algorithmische Konsistenz.

Warum stärkt die KI-Persona Ihren zivilrechtlichen Anspruch?

Rechtlich ist die KI-Persona-Dimension auf mehreren Ebenen relevant. Erstens verstärkt sie das Sittenwidrigkeitsurteil nach § 826 BGB: Eine industriell organisierte, technologisch aufgerüstete Täuschungsoperation, die gezielt das persönliche Vertrauen eines Menschen ausnutzt, ist der Inbegriff der vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung. Zweitens begründet das maschinelle Vorgehen einen Computerbetrug im Sinne des § 263a StGB, soweit die Täter automatisierte Systeme zur Beeinflussung von Daten einsetzen. Drittens ist die KI-Persona-Dimension für das Datenschutzrecht bedeutsam: Die Betreiber sammeln im Verlauf der Kommunikation persönliche Informationen, die sie für personalisierte Täuschungsszenarien nutzen. Dieser Vorgang begründet nach DSGVO Art. 82 eigenständige Schadensersatzansprüche, weil die Verarbeitung ohne jeden legitimen Zweck und ohne Einwilligung erfolgt. Wie Europol solche KI-gestützten Betrugsnetzwerke identifiziert und zerschlägt, zeigt ein aktueller Fall, der die internationalen Dimensionen dieser Infrastruktur beleuchtet.

Für die Beweissicherung folgt aus der KI-Persona-Dimension eine wichtige praktische Konsequenz: Sichern Sie alle Chatverläufe, E-Mails und Direktnachrichten mit „Coral“ vollständig und unverzüglich. Idealerweise erstellen Sie Screenshots mit Zeitstempel sowie exportierte Rohdaten, wo die Plattform das erlaubt. Diese Kommunikation ist das Kernbeweismittel für die arglistige Täuschung und für die Charakterisierung der Betrugsoperation als organisierte, technologisch unterstützte Straftat.


Welche rechtlichen Hebel stehen Ihnen gegen PGIM Pro zur Verfügung?

Der fehlende Erlaubnisbescheid nach § 32 KWG ist der juristische Ausgangspunkt für Ihre Ansprüche. Da § 32 KWG als Schutzgesetz im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB gilt, begründet jeder Verstoß gegen diesen Erlaubnisvorbehalt einen direkten Schadensersatzanspruch zugunsten geschädigter Anleger. Die BaFin-Warnung dokumentiert diesen Verstoß behördlich — ein Dokument, das Sie in jedem anwaltlichen Schriftsatz als Anlage verwenden sollten.

Wer haftet — und auf welcher Rechtsgrundlage?

Die Anspruchsgrundlagenkette ist in Fällen wie diesem mehrschichtig. Auf der Grundlage des § 826 BGB haften alle Personen, die vorsätzlich und sittenwidrig zum Schaden Betroffener beigetragen haben. Das umfasst nicht nur die anonymen Haupttäter, sondern auch identifizierbare Mittelsmänner, Zahlungsdienstleister, die bewusst oder grob fahrlässig an der Abwicklung beteiligt waren, sowie Personen, die die Plattform aktiv beworben haben. Da das gesamte Vertragsverhältnis wegen Verstoßes gegen § 134 BGB nichtig ist, besteht ein Bereicherungsanspruch nach § 812 BGB, der auf Rückzahlung des geleisteten Betrags gerichtet ist. Parallel dazu erklären Sie die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung nach § 123 BGB, was die Grundlage für jede weitere Geldzahlung rückwirkend beseitigt.

Wann haftet Ihre Bank — und was hilft bei Krypto-Einzahlungen?

Sofern Sie Gelder per SEPA-Überweisung überwiesen haben, prüfen Sie den Weg über § 675u BGB und § 675v BGB. Erfolgte die Transaktion unter dem Eindruck einer arglistigen Täuschung, fehlt es an einer wirksam autorisierten Zahlung. In diesem Fall trägt die Bank die Beweislast für die wirksame Autorisierung. Darüber hinaus greift § 280 BGB, wenn die Bank ihre Sorgfaltspflichten aus dem Giroverhältnis verletzt hat — etwa weil sie bei atypischen Überweisungsmustern keine Nachfrage gestellt hat. Wann und wie Ihre Hausbank bei Kryptobetrug für Ihren Schaden haftet, erklärt unser Pillar-Artikel zur Bankhaftung mit konkreten Beispielen aus der Rechtsprechung.

Haben Sie in Kryptowerte investiert, ist eine Blockchain-Forensik-Analyse unverzichtbar. Die Walletadressen, auf die Ihre Einzahlungen gelangten, sind dauerhaft in der Blockchain gespeichert. Ein professioneller Forensik-Report verfolgt die Transferkette von Ihrer ursprünglichen Einzahlung bis zu einer identifizierbaren Exchange. Sobald Gelder eine regulierte Exchange berühren, entstehen Auskunftsansprüche gegen diese Exchange. In Kombination mit einem förmlichen Rechtshilfeersuchen führen diese Ansprüche zu einer Kontensperre. Was Blockchain-Forensik in der Praxis leistet und wie ein Tracing-Mandat abläuft, lesen Sie in unserem spezialisierten Forensik-Pillar. Bei nachgewiesener Geldwäsche nach § 261 StGB beantragen Sie zudem strafrechtliche Sicherungsmaßnahmen nach § 73 StGB i.V.m. § 111e StPO. Diese Maßnahmen sichern kriminelles Vermögen noch vor Abschluss eines Hauptverfahrens.


Sie haben durch eine betrügerische Plattform Geld verloren? Schildern Sie uns Ihren Fall — unsere Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht prüft Ihre Handlungsoptionen. Schreiben Sie an kryptoschaden@rexus-recht.de oder nutzen Sie das Kontaktformular auf kryptoschaden.de.


Welche Sofortmaßnahmen sollten Sie ergreifen, wenn Sie PGIM Pro Geld überwiesen haben?

Handeln Sie ohne Verzögerung: Sichern Sie zunächst sämtliche Beweise, trennen Sie dann den Kontakt zur Plattform und zu „Coral“ vollständig ab und kontaktieren Sie unverzüglich Ihre Bank sowie eine auf Kapitalmarktrecht spezialisierte Kanzlei. Jede Stunde, die vergeht, kann die Rückforderung erschweren. Betrugserlöse verschieben die Täter in rascher Folge über Krypto-Mixer und Schicht-Transaktionen.

Schritt 1: Beweise vollständig sichern

Der erste und wichtigste Schritt ist die vollständige Beweissicherung. Sichern Sie alle Chatverläufe mit „Coral“ — auf welchem Kanal auch immer die Kommunikation stattfand —, alle E-Mails, alle Benachrichtigungen der Plattform, alle Zahlungsbelege und alle Screenshots des Kundenbereichs mit den angezeigten Kontoständen. Legen Sie redundante Kopien auf einem lokalen Gerät und in einem sicheren Cloud-Speicher an. Diese Unterlagen sind das Fundament aller weiteren Schritte. Löscht die Plattform Inhalte oder sperrt sie Accounts, können Sie diese Belege nicht mehr beschaffen.

Schritt 2: Bank kontaktieren und Reklamation einreichen

Im zweiten Schritt kontaktieren Sie Ihre Bank. Fordern Sie einen sofortigen SEPA-Rückruf für alle Überweisungen, die noch nicht endgültig abgewickelt sind. Erstatten Sie formell Reklamation für abgeschlossene Überweisungen unter Hinweis auf die arglistige Täuschung. Haben Sie mit Kreditkarte bezahlt, stellen Sie unverzüglich einen Chargeback-Antrag beim Kartenherausgeber. Die geltende Frist beträgt in der Regel sechzig bis einhundertzwanzig Tage. Die BaFin-Warnung vom April 2026 ist dabei ein wichtiges Beibringestück, das den betrügerischen Charakter der Plattform behördlich belegt.

Schritt 3: Strafanzeige erstatten und BaFin informieren

Im dritten Schritt erstatten Sie eine Strafanzeige bei der zuständigen Strafverfolgungsbehörde. Legen Sie der Anzeige alle gesicherten Beweise bei — insbesondere die Kommunikation mit „Coral“, die Zahlungsbelege und einen Ausdruck der BaFin-Warnung. Eine Strafanzeige bewirkt zwar keine unmittelbare Rückzahlung, aber sie schafft die rechtliche Grundlage für staatliche Vermögenssicherungsmaßnahmen nach § 111e StPO. Außerdem erhöht sie die Wahrscheinlichkeit, dass die Strafverfolgungsbehörde gemäß § 152 StPO Ermittlungen einleitet. Stellt die Behörde die Ermittlungen später ein, ergeht ein Bescheid nach § 170 StPO — Ihre zivilrechtlichen Ansprüche berührt das nicht.

Im vierten Schritt melden Sie den Vorfall über das BaFin-Hinweisgebersystem. Die BaFin ist die zuständige Aufsichtsbehörde und besitzt nach § 44 KWG Auskunftsrechte gegenüber Marktteilnehmern. Ihre Meldung trägt zur behördlichen Überwachung bei und kann laufende Ermittlungen gegen diese Plattformen unterstützen.


Wie sieht eine realistische Strategie zur Geldrestitution im PGIM-Pro-Fall aus?

Die Rückforderungsstrategie im PGIM-Pro-Fall kombiniert mehrere parallele Angriffspunkte: Bankhaftung, Bereicherungsansprüche, Schadensersatz nach § 826 BGB und — bei Krypto-Transaktionen — Blockchain-Forensik. Je früher Sie handeln und je vollständiger Ihre Beweislage ist, desto realistischer ist eine zumindest teilweise Rückforderung. Eine pauschale Erfolgsgarantie gibt es nicht. Anwaltliche Erstanalysen zeigen aber regelmäßig mehr Angriffspunkte, als Betroffene selbst vermuten.

Was ist Ihr typisches Schadensbild im Pig-Butchering-Schema?

Das typische Schadensbild im Pig-Butchering mit Brand-Hijack weist eine breite Bandbreite auf. Manche Betroffene haben nach dem ersten Kontakt mit „Coral“ einen kleineren Betrag eingezahlt und dann — etwa weil sie die Plattform auf Warnlisten gefunden haben — nicht weitergemacht. Anderen hat die Plattform über einen längeren Zeitraum erklärt, ihr Konto weise erhebliche Gewinne auf. Diese Gewinne sollten aber nur nach Zahlung von „Steuern“, „Freischaltgebühren“ oder „Sicherheitshinterlagen“ ausgezahlt werden. In dieser Gruppe können Schäden von mehreren zehntausend bis weit über hunderttausend Euro entstanden sein. Genau in dieser Größenordnung ist der Rechtsweg in aller Regel wirtschaftlich geboten.

Wenn Sie über Ihre Hausbank überwiesen haben, ist die Bankhaftungsprüfung der schnellste und oft wirksamste erste Hebel. Banken haben im Rahmen des Girovertrags nach § 280 BGB Sorgfaltspflichten. Bei erkennbar atypischen Transaktionsmustern — etwa ungewohnt hohen Überweisungen an unbekannte ausländische Empfänger — lösen diese Sorgfaltspflichten eine Warnpflicht oder gar eine Transaktionssperre aus. Gerichte haben in vergleichbaren Fällen klar entschieden, dass Banken nicht tatenlos zuschauen dürfen, wenn offensichtliche Merkmale eines Betrugs vorliegen. Die Beweislast für die wirksame Autorisierung der Zahlung liegt nach § 675v BGB nicht bei Ihnen, sondern beim Zahlungsdienstleister — ein struktureller Vorteil, den Betroffene in der Praxis zu oft ungenutzt lassen.

Was leistet Blockchain-Forensik bei Krypto-Einzahlungen?

Wo Kryptowerte im Spiel sind, eröffnet das Blockchain-Tracing eine eigenständige Rückforderungsroute. Jede Krypto-Transaktion ist unveränderlich in der Blockchain verankert. Ein professioneller Forensik-Report verfolgt die Transferkette von Ihrer ursprünglichen Einzahlung bis zu einer identifizierbaren Exchange nach. Unterliegt diese Exchange einer Regulierung, entstehen Auskunfts- und Sicherungsansprüche gegen sie. Auch die Norm des § 261 StGB gewinnt an Bedeutung, wenn nachgewiesen werden kann, dass die eingezahlten Beträge durch ein Krypto-Mixing-Verfahren verschleiert wurden. Das ist ein Indikator für eine professionell organisierte Geldwäschestruktur, die internationale Ermittlungsbehörden in den Blick nehmen. Wie deutsche Gerichte bei organisiertem Kryptobetrug urteilen, zeigt das LG-Bamberg-Urteil zur Bitcoin-Bande und Fake-Trading eindrucksvoll.


Häufige Fragen zum PGIM-Pro-Scam: Was Sie als Betroffene wissen sollten

Was ist PGIM Pro — und welchen Zusammenhang hat es mit der echten PGIM Limited?

PGIM Pro ist eine Betrugsplattform, die unter den Domains u4p7g.top und pgimc2c.buzz betrieben wird. Ihre Betreiber verwenden die Marke sowie den Namen von PGIM Limited — Asset Manager der Prudential Financial Group — ohne jede Berechtigung. Die echte PGIM Limited ist ein weltbekannter institutioneller Vermögensverwalter mit rund 1,3 Billionen US-Dollar verwaltetem Kapital. Sie steht in keinerlei Verbindung zu diesen Plattformen. Die BaFin hat im April 2026 ausdrücklich festgestellt, dass es sich um einen Fall von Identitätsmissbrauch handelt und dass die Betreiber Finanzdienstleistungen ohne die nach § 32 KWG erforderliche Erlaubnis anbieten. Wenn Sie von dieser Plattform kontaktiert wurden, stellen Sie alle Aktivitäten dort sofort ein und sichern Sie Ihre Beweise.

Wer ist „Coral“ — und was bedeutet der KI-Persona-Verdacht für meine Situation?

„Coral“ ist die Persona, über die Betroffene auf Social-Media-Kanälen zunächst Kontakt erhalten und die sie dann auf die PGIM-Pro-Plattformen lenkt. Die BaFin hat in ihrer Warnung ausdrücklich erwähnt, dass diese Person auch unter weiteren Aliassen auftritt. Das Auftreten unter mehreren Identitäten, die inhaltlich konsistente Kommunikation und das strukturierte emotionale Eskalationsmuster legen den Einsatz von KI-gestützten Persona-Werkzeugen nahe — ein Verfahren, das in der modernen Betrugsindustrie zunehmend verbreitet ist. Für Ihre rechtliche Situation bedeutet das vor allem: Die gesamte Kommunikation mit „Coral“ ist zentrales Beweismaterial für die arglistige Täuschung nach § 123 BGB und für den Betrug nach § 263 StGB. Sichern Sie daher alle Chatverläufe, Nachrichten und Profilseiten mit allen Ihnen bekannten Aliassen vollständig.

Kann ich Geld zurückbekommen, wenn ich bereits auf u4p7g.top oder pgimc2c.buzz eingezahlt habe?

Eine Rückforderung ist in vielen Fällen zumindest anteilig möglich, hängt aber von der Zahlungsart, der Schadenshöhe und der Vollständigkeit Ihrer Beweise ab. Bei SEPA-Überweisungen bieten § 675u BGB und § 280 BGB Anspruchsgrundlagen gegen Ihre Bank. Bei Kreditkartenzahlungen stellen Sie unverzüglich einen Chargeback-Antrag. Bei Kryptowert-Einzahlungen ist ein Blockchain-Forensik-Report der Einstiegspunkt für die Rückverfolgung. Parallel dazu bestehen Bereicherungsansprüche nach § 812 BGB und Schadensersatzansprüche nach § 826 BGB sowie nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 32 KWG. Handeln Sie schnell — jede Verzögerung verschlechtert Ihre Ausgangslage, weil Betrugsvermögen typischerweise innerhalb kurzer Zeit über mehrere Ebenen verschoben und verschleiert wird.

Welche Fristen gelten für meine Ansprüche gegen PGIM Pro?

Die reguläre zivilrechtliche Verjährungsfrist beträgt in Deutschland drei Jahre. Sie beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem Sie von Schaden und Schädiger Kenntnis erlangt haben oder hätten erlangen sollen. Bei Einzahlungen im Jahr 2026 beginnt diese Frist frühestens am 31. Dezember 2026. Weitaus kritischer sind die Fristen für bankvertragsrechtliche Ansprüche: Für nicht autorisierte Zahlungsvorgänge nach § 675u BGB ist unverzügliche Reklamation nach Kenntniserlangung erforderlich. Für Kreditkarten-Chargebacks gelten je nach Kartenanbieter Fristen von sechzig bis einhundertzwanzig Tagen. Beachten Sie außerdem: Die Betreiber können Plattformen und Accounts jederzeit abschalten. Warten Sie daher nicht ab — sichern Sie alles sofort und schalten Sie eine spezialisierte Kanzlei ein.

Muss ich Strafanzeige erstatten, um mein Geld zurückzubekommen?

Eine Strafanzeige ist keine Voraussetzung für zivilrechtliche Rückforderungsansprüche. Sie fordern Bereicherungs-, Schadensersatz- und Bankhaftungsansprüche unabhängig davon ein. Dennoch ist eine Strafanzeige in der Praxis sinnvoll: Sie schafft die Voraussetzungen für staatliche Sicherungsmaßnahmen nach § 73 StGB i.V.m. § 111e StPO, die kriminelles Vermögen einfrieren können. Außerdem beschleunigt eine vollständige, gut dokumentierte Anzeige gemäß § 152 StPO die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. Der Fokus Ihrer rechtlichen Strategie liegt jedoch klar auf dem Zivilrecht — dort liegen Ihre realistischsten Hebel für eine Geldrestitution. Eine spezialisierte Kanzlei koordiniert beide Wege parallel und sorgt dafür, dass Sie keine Fristen verpassen.


„Wenn Sie Opfer von Krypto-Betrug geworden sind, zählt jede Stunde. Sichern Sie Ihre Beweise und lassen Sie Ihren Fall von einer spezialisierten Kanzlei analysieren. Kontaktieren Sie uns unter kryptoschaden@rexus-recht.de — Erstanalyse innerhalb von 24 Stunden.“
— Anna O. Orlowa, LL.M., RAin + FAin Bank-/Kapitalmarktrecht, Zert. Expertin Kryptowerte + Steuern