Calculus Investments Betrug

Die BaFin hat am 1. April 2026 eine eindringliche Warnung vor der Calculus Investments Ltd. veröffentlicht. Das vermeintlich in New York und Frankfurt am Main ansässige Unternehmen bietet über die Website calculusinv(.)com und diverse Social-Media-Kanäle Finanz-, Wertpapier- und Kryptowerte-Dienstleistungen an. Keine dieser Aktivitäten ist von der BaFin genehmigt. Wenn Sie in den CVUZ-TOKEN über die App GVEXPRO investiert haben, sollten Sie jetzt handeln.

Besonders perfide an diesem Fall ist die Figur des angeblichen Gründers „Prof. Tobias Fischer“. Nach Erkenntnissen der BaFin existiert diese Person gar nicht. Die Betrüger haben eine komplette Identität erfunden, um Vertrauen zu erzeugen. Das ist ein klassisches Muster bei Krypto-Betrugsplattformen, die mit gefälschten Lebensläufen und erfundenen akademischen Titeln arbeiten.


Was genau wirft die BaFin Calculus Investments vor?

Die BaFin stellt in ihrer Verbrauchermitteilung vom 1. April 2026 unmissverständlich fest, dass die Calculus Investments Ltd. ohne Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen sowie Kryptowerte-Dienstleistungen erbringt. Die BaFin stützt ihre Warnung auf ihre aufsichtsrechtlichen Einschreitbefugnisse nach dem KWG sowie auf die Vorschriften der europäischen Kryptowerteregulierung (MiCAR). Wer in Deutschland solche Dienste anbieten will, braucht dafür eine ausdrückliche Zulassung der Finanzaufsicht.

Die Plattform wirbt über Social-Media-Gruppen wie die „Calculus Investment Academy VIP Y“ aktiv um Anleger. In diesen Gruppen werden der Erwerb und der Handel mit dem sogenannten CVUZ-TOKEN über eine Krypto-Handelsapp namens GVEXPRO beworben. Die BaFin warnt deutlich: Dort eingezahlte Gelder sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verloren.


CVUZ-TOKEN und GVEXPRO App — So funktioniert die Masche

Das Betrugsmuster folgt einem erprobten Schema. Über soziale Medien werden Sie in vermeintlich exklusive Investmentgruppen eingeladen. Dort erhalten Sie Tipps zum Kauf des CVUZ-TOKEN, der angeblich vor einem massiven Kursanstieg steht. Die Kommunikation wirkt professionell und zielgerichtet. Sie werden aufgefordert, die App GVEXPRO herunterzuladen und dort Geld einzuzahlen.

Nach der Einzahlung zeigt Ihnen die App steigende Kurse und scheinbare Gewinne. Das soll Sie zu weiteren Einzahlungen motivieren. Wenn Sie dann versuchen, Ihr Guthaben auszuzahlen, beginnen die Ausreden. Plötzlich werden Gebühren, Steuern oder „Verifizierungskosten“ verlangt. Jede weitere Zahlung verschlimmert Ihren Schaden.

Dieses Muster ähnelt dem sogenannten KI-gestützten Krypto-Betrug, bei dem künstliche Intelligenz zur Täuschung eingesetzt wird. Im Fall von Calculus Investments kommt noch der Identitätsbetrug durch den fiktiven Gründer hinzu.


Der fiktive Gründer „Prof. Tobias Fischer“

Die Erfindung einer akademischen Persönlichkeit ist ein Warnsignal, das Sie kennen sollten. Die Betrüger hinter Calculus Investments haben bewusst einen deutschen Namen mit Professorentitel gewählt, um bei deutschsprachigen Anlegern Seriosität vorzutäuschen. Doch „Prof. Tobias Fischer“ existiert nicht. Er hat keine Professur, keine Veröffentlichungen und keine nachprüfbare Identität.

Wenn Sie auf einer Krypto-Plattform investieren, empfiehlt es sich grundsätzlich, den Hintergrund der angegebenen Geschäftsführer zu überprüfen. Eine Recherche im Rechtsanwaltsregister der BRAK oder in akademischen Datenbanken deckt solche Fälschungen oft schnell auf. Auch ein Blick in die BaFin-Unternehmensdatenbank zeigt, ob ein Anbieter tatsächlich lizenziert ist.


Rechtliche Einordnung — Welche Ansprüche haben Sie?

Aus juristischer Sicht eröffnet die Situation mehrere Handlungswege. Da die Calculus Investments Ltd. ohne die erforderliche Erlaubnis nach § 32 KWG tätig geworden ist, sind sämtliche mit Ihnen geschlossenen Verträge gemäß § 134 BGB i.V.m. § 44 KWG nichtig. Das bedeutet: Sie können Ihre Einzahlungen als rechtsgrundlose Leistung gemäß § 812 BGB zurückfordern.

Daneben kommt ein Anspruch aus § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 32 KWG in Betracht. § 32 KWG ist ein Schutzgesetz im Sinne des § 823 Abs. 2 BGB. Wer dagegen verstößt, haftet den geschädigten Anlegern auf Schadensersatz. Strafrechtlich liegt der Verdacht des Betrugs nach § 263 StGB sowie des Kapitalanlagebetrugs nach § 264a StGB nahe.

Wenn Sie Ihre Einzahlung per Banküberweisung vorgenommen haben, sollten Sie zusätzlich prüfen lassen, ob Ihre Bank ihre Warnpflichten eingehalten hat. Die Bankhaftung bei Kryptobetrug ist ein zunehmend wichtiger Hebel für Geschädigte. Banken können unter bestimmten Voraussetzungen gemäß § 675u BGB für nicht autorisierte Zahlungsvorgänge haften.


Sie haben durch eine betrügerische Plattform Geld verloren? Schildern Sie uns Ihren Fall — unsere Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht prüft Ihre Handlungsoptionen. Schreiben Sie an kryptoschaden@rexus-recht.de oder nutzen Sie das Kontaktformular auf kryptoschaden.de.


Blockchain Tracing — Wohin ist Ihr Geld geflossen?

Bei Krypto-Betrug über Token wie den CVUZ-TOKEN spielt die Blockchain-Forensik eine entscheidende Rolle. Jede Transaktion auf der Blockchain ist unveränderlich protokolliert. Mit professionellen Analysetools wie Chainalysis oder TRM Labs lässt sich der Weg Ihrer Kryptowerte nachverfolgen — von Ihrem Wallet über Zwischenstationen bis zur Einzahlung bei einer regulierten Börse.

An diesem Punkt setzen Sicherstellungsmaßnahmen an. Wenn die Gelder bei einer regulierten Krypto-Börse landen, können Strafverfolgungsbehörden gemäß § 73 StGB i.V.m. § 111e StPO einen Vermögensarrest erwirken und die Gelder einfrieren lassen. Je schneller Sie handeln, desto größer ist die Chance, dass Ihr Geld noch nicht weitertransferiert wurde.


Was Sie jetzt konkret tun sollten

Wenn Sie über die Calculus Investments Ltd. oder die GVEXPRO-App Geld verloren haben, sollten Sie unverzüglich alle Belege sichern. Dazu gehören Screenshots der Plattform, E-Mail-Verkehr, Überweisungsbelege, Wallet-Adressen und Chat-Verläufe aus den Social-Media-Gruppen. Diese Dokumente bilden die Grundlage für strafrechtliche Ermittlungen und zivilrechtliche Rückforderungsansprüche.

Eine Strafanzeige bei der Polizei oder direkt bei der zuständigen Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Cybercrime ist ein wichtiger erster Schritt. Parallel dazu empfiehlt es sich, eine auf Krypto-Betrug spezialisierte Kanzlei einzuschalten. Denn die Zeit arbeitet gegen Sie: Mit jedem Tag können die Täter weitere Gelder verschieben und Spuren verwischen.

Wenn Sie Ihre Einzahlung per Kreditkarte vorgenommen haben, besteht möglicherweise die Möglichkeit eines Chargeback-Verfahrens. Dabei fordert Ihr Kreditkartenanbieter die Zahlung beim Empfänger zurück. Die Erfolgsaussichten hängen vom Zeitpunkt der Zahlung und dem jeweiligen Kartenanbieter ab. Lassen Sie auch diese Option fachkundig prüfen.


Jeder Tag ohne anwaltliche Hilfe kann Ihre Chancen auf Rückholung verschlechtern. Kontaktieren Sie die Kanzlei REXUS jetzt und lassen Sie Ihren Fall von einer spezialisierten Anwältin bewerten. E-Mail: kryptoschaden@rexus-recht.de — oder direkt über das Kontaktformular auf kryptoschaden.de.


Häufige Fragen (FAQ)

Ist Calculus Investments Ltd. ein seriöser Anbieter?

Nein. Die BaFin hat am 1. April 2026 offiziell vor Calculus Investments Ltd. gewarnt. Das Unternehmen bietet ohne die erforderliche Erlaubnis Finanz- und Kryptowerte-Dienstleistungen an. Der angebliche Gründer Prof. Tobias Fischer existiert nach Erkenntnissen der BaFin nicht. Sie sollten keinerlei Gelder an diese Plattform überweisen.

Was ist der CVUZ-TOKEN und ist er wertlos?

Der CVUZ-TOKEN wird über die App GVEXPRO zum Kauf angeboten und in Social-Media-Gruppen beworben. Die BaFin warnt ausdrücklich, dass dort eingezahlte Gelder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verloren sind. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um einen wertlosen Token ohne realen Gegenwert.

Kann ich mein bei Calculus Investments investiertes Geld zurückbekommen?

Eine Rückholung ist möglich, aber nicht garantiert. Ansatzpunkte sind die Nichtigkeit der Verträge gemäß § 134 BGB i.V.m. § 44 KWG, Schadensersatzansprüche gegen Beteiligte, Blockchain-Tracing zur Rückverfolgung der Kryptowerte und gegebenenfalls ein Chargeback bei Kreditkartenzahlungen. Je schneller Sie handeln, desto besser stehen Ihre Chancen.

Warum hat die BaFin vor Calculus Investments gewarnt?

Die BaFin hat auf Grundlage ihrer aufsichtsrechtlichen Befugnisse nach dem KWG und der europäischen Kryptowerteregulierung (MiCAR) festgestellt, dass Calculus Investments Ltd. ohne Erlaubnis Finanz-, Wertpapier- und Kryptowerte-Dienstleistungen in Deutschland anbietet. Zudem wurde ein fiktiver Gründer verwendet, um Anleger zu täuschen.

Sollte ich Strafanzeige gegen Calculus Investments erstatten?

Ja, eine Strafanzeige ist dringend empfehlenswert. Durch die Anzeige werden Ermittlungen eingeleitet, die zur Identifizierung der Täter und zur Sicherstellung von Vermögenswerten gemäß § 73 StGB i.V.m. § 111e StPO führen können. Richten Sie die Anzeige an die zuständige Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Cybercrime in Ihrem Bundesland.


„Betrüger erfinden Identitäten — aber das Recht gibt Ihnen echte Werkzeuge, um sich zu wehren.“


Anna O. Orlowa, LL.M., RAin + FAin Bank-/Kapitalmarktrecht, Zert. Expertin Kryptowerte + Steuern


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