HomeFall einreichen
← Aktuelle Warnungen

Angehöriger auf Trading-Plattform: Was die Familie tun kann

Wenn Vater, Mutter oder Partner plötzlich von hohen Gewinnen auf einer Trading-Plattform erzählen, sind Angehörige oft die Ersten, die das Muster erkennen. Entscheidend ist, die Zahlungen zu stoppen, ohne den Betroffenen zu beschämen.

Die Anrufe kommen meist von der Tochter, dem Sohn oder der Ehefrau. Der Vater habe „etwas mit Bitcoin angefangen“, telefoniere abends lange mit einem „Berater“, verlange plötzlich die Kontodaten des gemeinsamen Sparbuchs. Die Frage ist fast immer dieselbe: Sehe ich Gespenster, oder läuft da gerade etwas schief? Ich schildere im Folgenden typische Muster solcher Angebote, wie sie in vielen Fällen auftreten. Sie stammen nicht aus einer einzelnen Behördenwarnung.

Die Signale, die Angehörige zuerst bemerken

Angehörige sehen selten die Plattform selbst. Sie sehen Verhaltensänderungen. Ein Mensch, der sonst sparsam ist, spricht von Renditen, die in wenigen Wochen erzielt worden seien. Es gibt einen persönlichen Ansprechpartner, der „sich um alles kümmert“, häufig erreichbar über Messenger, oft mit ausländischer Rufnummer. Der Betroffene installiert Fernwartungsprogramme auf dem Computer oder dem Handy, weil der Berater „beim Einrichten helfen“ wolle.

Ein weiteres Signal ist Geheimhaltung. Viele Betroffene werden ausdrücklich gebeten, mit niemandem über die Anlage zu sprechen, auch nicht mit der Bank. Fragen der Bank nach dem Zweck einer Überweisung werden dann ausweichend beantwortet. Wenn Ihnen jemand aus der Familie erzählt, die Bank habe eine Überweisung „aufhalten“ wollen und man habe das abgewehrt, nehmen Sie das ernst.

Der Moment, in dem es kippt

Besonders deutlich wird die Masche, wenn eine Auszahlung beantragt wird. Statt des Geldes kommt eine Forderung: eine Steuer, eine Freischaltgebühr, eine Versicherung, eine „Sicherheitsleistung wegen Geldwäscheprüfung“. Nach jeder Zahlung folgt die nächste Hürde. Spätestens hier sollten Angehörige eingreifen, denn in dieser Phase werden oft die größten Beträge überwiesen, manchmal mit Krediten oder dem Geld anderer Familienmitglieder.

Prüfen Sie gemeinsam mit dem Betroffenen, ob die Plattform schon auf einer Warnliste steht. Der Plattform-Check auf kryptoschaden.de durchsucht unsere Warnmeldungen und stellt acht Fragen. Eine Übersicht aktueller Behördenwarnungen finden Sie zudem in der Scam-Broker-Übersicht.

Wie Sie das Gespräch führen, ohne die Tür zuzuschlagen

Viele Betroffene reagieren abwehrend. Sie haben Vertrauen zu ihrem Ansprechpartner aufgebaut, oft über Wochen. Wer sofort „Betrug“ sagt, verliert das Gespräch. Wirksamer ist ein ruhiger Einstieg über Fakten: Fragen Sie, an wen das Geld überwiesen wurde, ob das Empfängerkonto auf denselben Namen lautet wie die Plattform und ob schon einmal Geld zurückgekommen ist.

Machen Sie deutlich, dass niemand dem Betroffenen Vorwürfe macht. Gegen ihn arbeitete ein professionell aufgebautes System. Diese Haltung erleichtert es, Unterlagen offen auf den Tisch zu legen. Und sie verhindert, dass der Betroffene heimlich weiterzahlt, um die Verluste doch noch auszugleichen.

Die Sätze, mit denen der Berater Zweifel zerstreut

Angehörige hören oft dieselben Erklärungen, die der Betroffene vom Berater übernommen hat. „Die Bank blockiert nur, weil sie selbst an Krypto verdienen will.“ „Die Steuer muss vorab gezahlt werden, das ist in diesem Land so.“ „Wenn du jetzt aufhörst, verfällt dein ganzes Guthaben.“ Solche Sätze haben eine Funktion: Sie sollen den Betroffenen von Bank, Familie und Polizei abschirmen und Zeitdruck erzeugen.

Nehmen Sie diese Aussagen nicht als Diskussionsthema, sondern als Hinweis. Ein regulärer Anbieter verrechnet Entgelte mit dem Guthaben, statt neues Geld anzufordern, und er hat kein Interesse daran, dass seine Kunden mit niemandem sprechen. Fragen Sie den Betroffenen, ob er schon einmal versucht hat, einen kleinen Betrag auszahlen zu lassen, und was dann geschah. Die Antwort sagt meist mehr als jedes Argument.

Was Angehörige rechtlich tun können und was nicht

Angehörige können nicht für einen Erwachsenen entscheiden. Sie können sein Konto nicht sperren lassen und keine Verträge für ihn kündigen. Eine Strafanzeige kann zwar jeder erstatten; ohne die Unterlagen und die Mitwirkung des Betroffenen fehlt den Ermittlern aber das Wesentliche. Was Sie tun können: den Betroffenen begleiten, zur Bank mitgehen, gemeinsam die Unterlagen ordnen. Besteht eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuung für Vermögensangelegenheiten, ändern sich die Möglichkeiten. Dann kann die bevollmächtigte Person in diesem Rahmen handeln.

Wichtig ist auch der eigene Schutz. Haben Sie selbst Geld beigesteuert oder ein Familienkonto zur Verfügung gestellt, sind Sie unter Umständen selbst Geschädigter. Halten Sie Ihre eigenen Zahlungen getrennt fest.

Die ersten Schritte, gemeinsam mit dem Betroffenen

Zahlen Sie nichts weiter, auch keine angebliche Gebühr für die Freigabe. Trennen Sie Fernwartungsprogramme und ändern Sie die Zugangsdaten zum Onlinebanking. Informieren Sie die Bank über den Verdacht und bitten Sie um Prüfung, ob laufende Überweisungen noch aufzuhalten sind. Sichern Sie Chatverläufe, Screenshots der Plattform, E-Mails und Kontoauszüge, bevor die Seite verschwindet. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Rechnen Sie in den Wochen danach mit Anrufen von angeblichen Rückholfirmen oder Behörden, die gegen eine Vorauszahlung helfen wollen. Das ist eine bekannte zweite Welle. Betroffene, die bereits einmal getäuscht wurden, sind für solche Anrufe besonders empfänglich. Warnen Sie Ihren Angehörigen ausdrücklich davor und lesen Sie gemeinsam den Beitrag zum Recovery Scam.

Ein Angehöriger hat an eine Trading-Plattform gezahlt? Schicken Sie mir gemeinsam mit ihm die Zahlungsbelege und den Namen der Plattform.

kryptoschaden@rexus-recht.de

Ihr Fall

Sie haben gezahlt? Schildern Sie mir Ihren Fall

Name, E-Mail und ein paar Sätze genügen. Ich melde mich per E-Mail bei Ihnen.

Ihre Angaben werden vertraulich behandelt und unterliegen der anwaltlichen Schweigepflicht.

Name *
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
E-Mail-Adresse *
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Telefon
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Schadenshöhe
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Name der Plattform / Domain
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Zahlungsweg
Wähle eine Option
Zeitraum der Zahlungen
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Auszahlung verweigert?
Wähle eine Option
Beweise vorhanden?
Wähle eine Option
Nachricht
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Beweise hochladen (optional)
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und stimme der Verarbeitung meiner Angaben zur Bearbeitung meiner Anfrage zu (DSGVO). *
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.
19 + 9 = ?
Bitte geben Sie das Ergebnis ein, um fortzufahren